Droht wieder ein Angriff auf die Geldbörse der österreichischen Autofahrer?

Wien (OTS) - Seit Monaten arbeitet die EU an einem "Verkehrssicherheitspaket", mit dem die national völlig unterschiedliche Kfz-Begutachtung vereinheitlicht werden soll. Das seit über 41 Jahren in Österreich bestehende System, dass Werkstätten und Autofahrerclubs diese verantwortungsvolle Tätigkeit mit Erfolg durchführen, stand bis anhin nicht zur Debatte. Ganz im Gegenteil gilt das österreichische System in Ausbildung, Durchführung und Qualitätssicherung für viele Länder Europas als Musterbeispiel für eine funktionierende Fahrzeugüberprüfung.

Nun strebt der deutsche CDU-Europaabgeordnete Werner Kuhn nach einer Veränderung, die jeden österreichischen Autofahrer zukünftig Zeit und eine Menge Geld kosten könnte. Reparieren und Prüfen soll verpflichtend voneinander getrennt werden. Das würde einem Verbot des bisherigen österreichischen Systems gleichkommen welches darauf aufbaut, dass bestens ausgebildete KFZ-Techniker Fehler am Fahrzeug erkennen und reparieren und dafür auch Gewährleistung übernehmen. Deutsche Großkonzerne wie Dekra, TÜV & Co liebäugeln bereits mit einem neuen Geschäftsfeld in Österreich.

"Es wäre fatal, ein bestens funktionierendes System aufgrund des Gewinnstrebens einzelner Organisationen zu zerstören. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Initiative auf fehlinterpretiertes Statistikmaterial aufbaut", erklärt Komm-Rat Friedrich Nagl, Bundesinnungsmeister der österreichischen Kfz Techniker.

Die Hauptuntersuchung in Deutschland - vergleichbar mit unserer §57a Untersuchung, exklusiv in Händen von Prüforganisationen wie Dekra, TÜV & Co, kostet im Durchschnitt 50% mehr als die § 57a Überprüfung in Österreich.

Komm-Rat Friedrich Nagl: "Setzt sich diese Initiative durch, ist mit einer entsprechenden Verteuerung für die österreichischen Autofahrer zu rechnen, unabhängig von der Frage ob die derzeitige Qualität auch gehalten werden kann. Aktuell bleibt die Wertschöpfung bei der Fahrzeugüberprüfung zu 100% in Österreich. Mit der angedachten Initiative verlieren österreichische Betriebe einen Gutteil der Wertschöpfung an Konzernzentralen in Deutschland. Jede Initiative zur Verbesserung unseres Systems ist zu begrüßen. Dabei soll der Autofahrer im Focus stehen und nicht die Interessen von Großkonzernen."

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Landesinnungsmeister NÖ/ Bundesinnungsmeister Kommerzialrat
Bundesinnungsmeister der österreichischen Kfz Techniker
Friedrich Nagl
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