Niederösterreichs Unternehmen verdienen gut - die MitarbeiterInnen bekommen immer weniger vom Kuchen

AKNÖ: Die Ergebnisse des Unternehmensmonitors 2012

Wien (OTS) - Die niederösterreichischen Unternehmen bescheren vor allem ihren EigentümerInnen hohe Erträge. Die ArbeitnehmerInnen profitieren zu wenig von den wirtschaftlichen Erfolgen. Auch die Standortsicherung und die gesellschaftliche Verantwortung lässt zugunsten steigender Gewinnausschüttungen zu wünschen übrig. AKNÖ-Präsident Haneder fordert einen fairen Anteil der Beschäftigten an den Unternehmensgewinnen.

Der aktuelle Unternehmensmonitor der AKNÖ gibt einen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung der niederösterreichischen Unternehmen von 2007 bis 2011. "Anhand der fünf Schwerpunktthemen Ertragslage, betriebliche Verteilungspolitik, finanzielle Stabilität, Standortsicherung und gesellschaftliche Verantwortung wird die Situation beurteilt", sagt AKNÖ-Wirtschaftsexpertin Saveta Lazic. Acht Unternehmens-Kennzahlen werden nach Schulnoten bewertet.

Hohe Gewinnausschüttungen gehen zu Lasten der MitarbeiterInnen

Die Ertragslage der niederösterreichischen Unternehmen hat sich seit 2009 zwar stabilisiert, das Vorkrisenniveau wurde jedoch nicht wieder erreicht. Mit einer Verzinsung von 14 Prozent für das Eigenkapital wird jedes Sparprodukt weit übertroffen. Damit können die Eigenkapitalgeber mehr als zufrieden sein.

Bei der betrieblichen Verteilungspolitik ist leider festzustellen, dass die EigentümerInnen und AktionärInnen zunehmend bevorzugt werden. 2011 genehmigten sich die EigentümerInnen 36,6 Prozent der Lohn- und Gehaltssummen als Gewinnausschüttung, beflügelt durch die überwiegend in Wien angesiedelten börsennotierten Unternehmen kommt man österreichweit sogar auf 45 Prozent. Auch der Personalaufwand sank im Verhältnis zur Wertschöpfung. Dieser Rückgang verdient die Bewertung mit einem "nicht genügend". "Die ArbeitnehmerInnen sollten einen fairen Anteil vom Unternehmenserfolg erhalten", fordert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Unternehmen tätigen zu wenig Zukunftsinvestitionen

Hinsichtlich der finanziellen Stabilität kann der Unternehmensmonitor beruhigen: Die meisten Unternehmen haben eine gute Liquidität aufzuweisen. Die durchschnittlichen Eigenkapitalquote liegt bei 43,3 Prozent. Damit gibt es für die niederösterreichischen Unternehmen die Bestnote "sehr gut".

"Das Um und Auf für die Zukunftssicherung sind Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen", erklärt AKNÖ-Expertin Lazic. Hier zeigt sich leider, dass die niederösterreichischen Unternehmen im Unterschied zu den österreichweiten Ergebnissen zu stark auf Finanzanlagen (vor allem Beteiligungen) setzen und Investitionen in Sachanlagen wie z.B. Gebäude und Maschinen vernachlässigen. Seit 2010 kann den Unternehmen bei der Standortsicherung nur noch ein "genügend" bescheinigt werden.

Mehr Steuergerechtigkeit

Ein Maß für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist ihre effektive Steuerleistung. Der effektive Steuersatz ist zwar seit 2008 von 16,3 Prozent auf 18,7 Prozent 2011 gestiegen. Damit liegt er unter dem nominellen Steuersatz der Körperschaftssteuer von 25 Prozent. "Niederösterreichische Unternehmen tragen zu wenig zur Finanzierung der öffentlichen Haushalte bei. Die Finanzierung unseres gut funktionierenden Sozialstaates darf nicht nur den ArbeitnehmerInnen umgehängt werden", sagt AKNÖ-Präsident Haneder.

Den Unternehmensmonitor 2012 für Niederösterreich können Sie unter http://noe.arbeiterkammer.at downloaden.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Niederösterreich, Wirtschaftspolitik
Mag. (FH) Saveta Lazic, Tel: 05-7171-1604

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