Lancet: Einsparungen haben Auswirkungen auf Gesundheit

Ärztekammer sieht sich in ihren Bedenken bestätigt

Wien (OTS) - "Als erschütterndes Warnsignal" bezeichnet Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, die kürzlich veröffentlichte Studie in der Fachzeitschrift "The Lancet", wonach sich in Europa immer weniger Menschen Arztbesuche oder Medikamente leisten könnten und die EU die Folgen der Sparpolitik auf die Gesundheit der Bevölkerung leugne. Die Studie liefere nun eindeutige Beweise für die Folgen des "kollektiven Sparprogramms im Gesundheitsbereich, vor dem die Ärztekammer schon immer gewarnt hat". ****

Besonders besorgniserregend sei der Umstand, dass zum Beispiel in Griechenlands Krankenhäusern bereits darum gekämpft werde, wenigstens den medizinischen Mindeststandard zu halten. "Es ist absolut unverständlich, dass hier von der EU zugesehen wird und nichts passiert, um der griechischen Bevölkerung oder Menschen in anderen EU-Ländern, die wirtschaftlich schlecht dastehen, zumindest im Gesundheitsbereich eine menschenwürdige Versorgung zu gewährleisten." Der starke Anstieg von Krankheiten wie AIDS oder Malaria werde langfristig auch Auswirkungen auf die gesamte EU haben.

Folgen von Einsparungen im Gesundheitssystem würden anscheinend als "höhere Gewalt" in Kauf genommen, während bei der Finanzierung maroder Banken das Geld "abgeschafft zu sein scheint". Szekeres: "Es stellt sich die Frage, wofür in den Staaten das vorhandene Geld prioritär eingesetzt werden soll. Soll die medizinische Versorgung abhängig von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des einzelnen Patienten sein, oder kommen wir solidarisch dafür auf?"

Beispiele wie Griechenland oder Spanien zeigten, dass die Entwicklung in die falsche Richtung gehe. "Vor dem Nachahmen solcher europäischer Vorbilder in Österreich sei ausdrücklich gewarnt", so der Ärztekammerpräsident abschließend.

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