"profil": EU-Kommissar Barnier: "Nicht immer der Steuerzahler"

EU-Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier plädiert für neue Regeln zur Bankenabwicklung - neues "Europasparbuch" soll längerfristige Investitionen finanzieren helfen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Freitag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" fordert Michel Barnier, für den Binnenmarkt zuständiger EU-Kommissar, dass die Steuerzahler bei künftigen Bankpleiten nicht mehr einspringen müssen. "Vor einem Jahr habe ich einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der die Abwicklung einer Bank im Vorhinein so regeln soll, damit man sich nicht immer nur an den Steuerzahler wenden muss." Ein ähnliches Ziel verfolgt auch seine Initiative zur Begrenzung der Bonus-Zahlungen für Manager von Banken.

Das Hilfspaket für Zypern sei auch ein Element dafür, "die Stabilität der Eurozone zu festigen und Vertrauen zu schaffen". Die in der EU vereinbarte Garantie für Einlagen bis zu 100.000 Euro dürfe "niemals und nirgends in Frage gestellt werden".

Der konservative Politiker spricht sich auch für die Schaffung eines europäischen Sparbuchs aus. Damit könnten Sparer Investitionen von kleineren und mittleren Unternehmen fördern. "Bis jetzt hat sich die Finanzindustrie seit 20 Jahren auf kurzfristige Anlagen, also maximalen Profit in einem Minimum an Zeit, spezialisiert. Wir wollen Ersparnisse für längerfristige Investitionen nützen."

Zu seiner in Österreich und Deutschland kritisierten EU-Regelung zur Wasserversorgung durch Kommunen stellt Barnier im "profil"-Interview klar, er habe keine Privatisierung des Wassers gefordert. "Die Österreicher haben mit ihren Sorgen Recht. Nur wenn eine Kommune beschließt, eine externe Firma mit der Wasserversorgung zu betrauen, sollten transparente Regeln gelten, und es muss eine verpflichtende Ausschreibung geben."

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0001