Tiroler Tageszeitung am Sonntag, vom 24. März 2013; Leitartikel von Peter Nindler: "Alle gegen eine, eine gegen alle"

Innsbruck (OTS) - Utl: Nicht so sehr die Themen werden den Landtagswahlkampf beherrschen, sondern die Auseinandersetzung mit der Volkspartei.

Nicht erst seit gestern stellt der Bauernbund den Schulterschluss mit der Volkspartei demonstrativ in den Vordergrund. Während in den anderen Bünden wie AAB oder Wirtschaft die Mobilisierungskraft der Bauern gefürchtet und wegen der Vorzugsstimmenkampagnen auch kritisiert wird, nimmt VP-Chef LH Günther Platter diese Dissonanzen gerne in Kauf. Platter und Bauernbund bilden fünf Wochen vor der Wahl eine Zweckgemeinschaft gegen Anfeindungen von innen und außen. Schließlich spitzt sich der Landtagswahlkampf immer mehr auf eine Auseinandersetzung zwischen der ÖVP und den zehn anderen wahlwerbenden Gruppen zu.
Die Themen werden in den Hintergrund gedrängt, es geht offensichtlich nur noch um die Frage, ob die Volkspartei in der Lage ist, den Landeshauptmannsessel zu verteidigen, oder die anderen Parteien Günther Platter abwählen können. Und mit der ÖVP würde auch der Bauernbund in Opposition gehen. Was dies bedeutet, haben die Bauern bereits in der Agrarfrage gesehen.
Doch Platters Bündnis mit dem Bauernbund ("Wir haben uns nicht auseinanderdividieren lassen") eröffnet gleichzeitig die größten Angriffsflächen der ÖVP. Denn für Grün bis "Vorwärts" symbolisiert diese von der Agrargemeinschaftsdebatte geprägte Allianz die von ihnen zuletzt heftig kritisierte Machtdemonstration im Landtag. Das Rückübertragungsgesetz wird zur Koalitionsbedingung gemacht, "Vorwärts Tirol" schließt eine Zusammenarbeit mit einer ÖVP unter Platter aus und insgeheim hoffen zehn Parteien auf eine Regierungsmehrheit gegen die Volkspartei. Der Wahlkampf reduziert sich damit auf eine einfache Formel: alle gegen die VP und die VP gegen alle.

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