Hundstorfer: Fachkräftepaket bringt Bildungsoffensive besonders für gering und mittelqualifizierte Arbeitnehmer

Parlament beschloss heute Fachkräftepaket

Wien (OTS/BMASK) - "Das heute im Nationalrat beschlossene Fachkräftepaket bringt eine Bildungsoffensive für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", zeigte sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer nach Beschluss im Parlament erfreut. Je besser die Qualifizierung ist, umso geringer ist das Risiko arbeitslos zu werden. Das Fachkräftestipendium ermöglicht es künftig, gering und mittel qualifizierten ArbeitnehmerInnen und Arbeitslosen, sich mit Hilfe eines Stipendiums zu Facharbeitskräften in Mangelberufen und zu Pflegekräften ausbilden zu lassen. Mit der Bildungsteilzeit können sich ArbeitnehmerInnen bei Reduktion der Arbeitszeit und gleichzeitigem Erhalt von Bildungsteilzeitgeld weiterbilden. ****

Die Voraussetzung für den Antritt der Bildungsteilzeit ist, dass das Arbeitsverhältnis zuvor durchgehend mindestens sechs Monate gedauert hat und die wöchentliche Arbeitszeit während der Bildungsteilzeit zehn Stunden nicht unterschreitet. Die Reduktion darf maximal 50 Stunden betragen, muss aber mindestens bei 25 Prozent liegen. Die Bildungsteilzeit ist für mindestens vier Monate und höchsten zwei Jahre zu vereinbaren. Eine Stückelung in einzelne Teile innerhalb eines Vierjahreszeitraums ist möglich. Neben dem verbleibenden Lohn wird ein Bildungsteilzeitgeld ausbezahlt und beträgt für eine Arbeitszeitreduktion von 20 Wochenstunden 456 Euro im Monat.

Das Fachkräftestipendium (vergleichbar mit dem Selbsterhalterstipendium für Studien) ermöglicht es künftig, gering und mittel qualifizierten ArbeitnehmerInnen und Arbeitslosen, sich mit Hilfe eines Stipendiums zu Facharbeitskräften in den Bereichen Gesundheit und Pflege, Kindergartenpädagogik und Sozialberufe, Metall, Bau/Holz, Elektrotechnik und Informationstechnologie ausbilden zu lassen. Arbeitslosigkeit ist keine Voraussetzung, um in dieses Programm einsteigen zu können. Das Stipendium kann in Höhe der Ausgleichszulage für die Dauer der Ausbildung (max. 3 Jahre) gewährt werden. Es ist eine Finanzierung im Ausmaß von maximal 25 Mio. Euro für 2013 und 2014 vorgesehen, die Abwicklung wird durch das AMS erfolgen. Vom Fachkräftestipendium profitieren etwas mehr als 2.000 Personen pro Jahr. Ein Nachweis des Ausbildungsfortschrittes ist zu erbringen.

Neuerung gibt es auch bei der Bildungskarenz: Wer in der Bildungskarenz ein Studium absolviert, wird künftig nach einem Semester einen Leistungsnachweis (wie beim Bezug der Familienbeihilfe) vorweisen müssen. Dies ist Voraussetzung für den Fortbezug des Weiterbildungsgeldes. Um in Bildungskarenz gehen zu können, muss man künftig eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze vorweisen.

"Mit den beschlossenen Maßnahmen hat die Bundesregierung deutlich gemacht, dass ein stabiler Arbeitsmarkt und ein funktionierender, leistungsfähiger Sozialstaat von zentraler Bedeutung sind", so Hundstorfer. Die Maßnahmen treten mit 1. Juli 2013 in Kraft. (Schluss)

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