Greenpeace: Wind und Sonne machen Strom billiger

Energieversorger müssen Preissenkungen an Kunden weitergeben

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Präsentation des E-Control Jahresberichts 2012 verlangt Greenpeace, dass die Vorteile, die sich durch den Ausbau von Ökostrom ergeben, fair verteilt werden. Denn obwohl mit dem steigenden Angebot von Energie aus Wind und Sonne die Börsenpreise für Strom fallen, sinken die Energiepreise für private Haushalte nicht. "Wind und Sonne machen den Strom billiger, aber es kann nicht auf Dauer so sein, dass die Industrie von der Energiewende profitiert, die Haushalte aber nicht", so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Viele Industriefirmen werden gleich zweimal bevorzugt behandelt:
Nicht nur können sie durch die gefallenen Börsenpreise bei ihren Energielieferanten einen billigeren Strompreis verhandeln, auch ist für viele energieintensiven Unternehmen der Beitrag an den Ausbaukosten für Ökostrom gedeckelt. "Das bedeutet, dass die Haushalte einen relativ großen Anteil der Kosten tragen, ohne von niedrigeren Strompreisen zu profitieren, während die Industrie wenig zahlt, aber dafür kräftig profitiert", erklärt Westerhof.

Besonders durch den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sind die Preise an den internationalen Strombörsen in den vergangenen Jahren in etwa um 20 Prozent gefallen. Verantwortlich dafür ist, dass gerade tagsüber, wenn der Energiebedarf am größten ist, die Stromproduktion aus den zahlreichen Photovoltaikanlagen so stark ins Gewicht fällt, dass die Strompreise kräftig sinken. "Ökostrom senkt den Strompreis", so Westerhof. Derzeit profitieren davon vor allem jene großen Unternehmen, die selbst direkt an der Börse Strom einkaufen oder im Gegensatz zu Haushalten in der Lage sind, bei ihrem Energielieferanten einen niedrigeren Tarif zu verhandeln.

"Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte: Eine breite Mehrheit der Menschen will, dass dieser Weg fortgesetzt wird - das zeigte zuletzt das Ergebnis der Wiener Volksbefragung zu Bürger-Solarkraftwerken. In Deutschland zeigt eine aktuelle Umfrage, dass 75 Prozent der Befragten einen weiteren ungedrosselten Erneuerbaren-Ausbau fordern, dass sich allerdings die Industrie stärker als bisher an den Kosten beteiligen soll. Und das Interesse, mittels PV-Anlage selber Teilhaber der Energiewende zu werden, ist ungebrochen", so der Greenpeace-Energiesprecher. Jedoch seien zwei Faktoren entscheidend, damit die Unterstützung der Bevölkerung erhalten bleibe. "Erstens müssen die Energieversorger die niedrigeren Preise an die Haushaltskunden weitergeben, zweitens darf die Industrie nicht gleich zweimal bevorzugt behandelt werden", fordert Westerhof abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 61 26 701
Florian Schweitzer, Pressesprecher Greenpeace, Tel.: +43 (0)664 61 26 718

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