- 21.03.2013, 11:22:44
- /
- OTS0129 OTW0129
Greenpeace: Wind und Sonne machen Strom billiger
Energieversorger müssen Preissenkungen an Kunden weitergeben
Utl.: Energieversorger müssen Preissenkungen an Kunden weitergeben =
Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Präsentation des E-Control
Jahresberichts 2012 verlangt Greenpeace, dass die Vorteile, die sich
durch den Ausbau von Ökostrom ergeben, fair verteilt werden. Denn
obwohl mit dem steigenden Angebot von Energie aus Wind und Sonne die
Börsenpreise für Strom fallen, sinken die Energiepreise für private
Haushalte nicht. "Wind und Sonne machen den Strom billiger, aber es
kann nicht auf Dauer so sein, dass die Industrie von der Energiewende
profitiert, die Haushalte aber nicht", so Greenpeace-Energiesprecher
Jurrien Westerhof.
Viele Industriefirmen werden gleich zweimal bevorzugt behandelt:
Nicht nur können sie durch die gefallenen Börsenpreise bei ihren
Energielieferanten einen billigeren Strompreis verhandeln, auch ist
für viele energieintensiven Unternehmen der Beitrag an den
Ausbaukosten für Ökostrom gedeckelt. "Das bedeutet, dass die
Haushalte einen relativ großen Anteil der Kosten tragen, ohne von
niedrigeren Strompreisen zu profitieren, während die Industrie wenig
zahlt, aber dafür kräftig profitiert", erklärt Westerhof.
Besonders durch den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik sind die
Preise an den internationalen Strombörsen in den vergangenen Jahren
in etwa um 20 Prozent gefallen. Verantwortlich dafür ist, dass gerade
tagsüber, wenn der Energiebedarf am größten ist, die Stromproduktion
aus den zahlreichen Photovoltaikanlagen so stark ins Gewicht fällt,
dass die Strompreise kräftig sinken. "Ökostrom senkt den Strompreis",
so Westerhof. Derzeit profitieren davon vor allem jene großen
Unternehmen, die selbst direkt an der Börse Strom einkaufen oder im
Gegensatz zu Haushalten in der Lage sind, bei ihrem
Energielieferanten einen niedrigeren Tarif zu verhandeln.
"Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte: Eine breite Mehrheit
der Menschen will, dass dieser Weg fortgesetzt wird - das zeigte
zuletzt das Ergebnis der Wiener Volksbefragung zu
Bürger-Solarkraftwerken. In Deutschland zeigt eine aktuelle Umfrage,
dass 75 Prozent der Befragten einen weiteren ungedrosselten
Erneuerbaren-Ausbau fordern, dass sich allerdings die Industrie
stärker als bisher an den Kosten beteiligen soll. Und das Interesse,
mittels PV-Anlage selber Teilhaber der Energiewende zu werden, ist
ungebrochen", so der Greenpeace-Energiesprecher. Jedoch seien zwei
Faktoren entscheidend, damit die Unterstützung der Bevölkerung
erhalten bleibe. "Erstens müssen die Energieversorger die niedrigeren
Preise an die Haushaltskunden weitergeben, zweitens darf die
Industrie nicht gleich zweimal bevorzugt behandelt werden", fordert
Westerhof abschließend.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP






