Leitl: "Mehr Wachstum für Österreich - Potenziale und Chancen ausschöpfen, Belastungen reduzieren"

Heimische Unternehmen weiterhin Top bei Beschäftigung und Export

Wien (OTS/PWK170) - "Österreichs Wirtschaft hat sich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Gegensatz zu den Ländern des Euro-Raums als deutlich robuster erwiesen. Die nun von WIFO und IHS vorgestellten Wachstumsprognosen zeigen aber, dass wir unsere Wachstumspotentiale voll ausschöpfen müssen, denn sonst zeichnet sich ab, dass wir konjunkturelle Einbußen verzeichnen werden. Obwohl sich die Rahmenbedingungen für die internationale Konjunktur gegenüber Dezember 2012 nicht wesentlich verändert haben und die Stimmungsindikatoren bereits seit Ende des Jahres wieder überwiegend nach oben zeigen, hat sich die Wirtschaft zu Jahresende 2012 nur schwach entwickelt und es bestehen weiterhin vielzählige Risiken", betonte, heute, Donnerstag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl. Die beiden heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute behalten ihre Wachstumsprognosen für Österreich bei. Das WIFO erwartet für das Jahr 2012 ein Wachstum von 1,0% und für 2014 ein Wachstum von 1,8%. Das IHS sieht ebenfalls eine "zögerliche Konjunkturerholung" und prognostiziert für 2013 ein reales BIP-Wachstum von 0,8% und für 2014 von 1,8%. Für die Eurozone erwartet das WIFO ein Nullwachstum für 2013 und das IHS eine anhaltende Rezession. Die Wachstumsdynamik sollte sich über den Jahresverlauf verbessern, für 2014 erwarten die Institute ein reales Wachstum der Eurozone von 1,4%.

Leitl sieht 2013 als Entscheidungsjahr für Österreich. "Positiv zu vermerken ist, dass Österreich den Wachstumsvorsprung gegenüber der Eurozone halten kann. Jedoch ist der Wachstumspfad, auf den die österreichische Wirtschaft eingeschwenkt ist, nach wie vor nur sehr flach und es zeichnet sich noch kein selbsttragender Aufschwung ab. Die Weltwirtschaft wächst im Jahr 2013 dreimal so stark. Dies zeigt, dass es für Österreich in den dynamischen Märkten noch weiteres Potenzial zum Ausschöpfen gibt." Dennoch ist der WKÖ-Präsident vorsichtig optimistisch und betont die Leistungen der österreichischen Wirtschaft. "Die österreichischen Unternehmen leisten ihren Beitrag und weiten die Beschäftigung trotz der nur moderaten Konjunktur weiter aus. Darüber hinaus sollten die Exporte auch im Jahr 2013 ein neues Rekordniveau erreichen. Die heimischen Produkte und Dienstleistungen sind in der ganzen Welt gefragt. Auf die gedämpfte Nachfrage in der Eurozone haben die Unternehmen flexibel reagiert und die Produkte und Dienstleistungen zunehmend in Drittstaaten exportiert. Dies spricht für die Qualität der Exporte und die Attraktivität der Marke Österreich. Wichtigste Voraussetzungen sind nachhaltige Investitionen in Produktqualität und Innovation sowie qualifizierte Fachkräfte."

Vorsichtig bewertet die WKÖ die unterschiedlichen Investitionsprognosen der Institute. "Dies ist ein Zeichen dafür, dass die die Unsicherheit noch groß und die Signale für eine Investitionserholung noch nicht eindeutig sind. Ausschlaggebend für eine stärkere Dynamik bei den Investitionen ist ein positiveres Unternehmervertrauen. Dafür sind Anreize zur Mobilisierung von privatem Kapital für den Mittelstand nötig, etwa die Forcierung von weiteren alternativen Finanzierungsformen wie Beteiligungen durch Business Angels."

Österreich verfüge jedenfalls aktuell über beste Voraussetzungen, um international eine Vorreiterrolle einzunehmen. Notwendig sei aber weiterhin eine konsequente Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, kein Verteilen von "Wahlzuckerl" und statt dessen eine Weiterführung von konsequenten Systemreformen um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes auszubauen. Neuen Steuern stünden hier aber nicht am Plan:
"Die Steuern und Abgabenquote in Österreich ist aktuell schon zu hoch. Neue zusätzliche Steuern schränken den Spielraum für Arbeitsplätze und Investitionen ein, sind ganz klar ein Wettbewerbsnachteil und werden von der Wirtschaft abgelehnt", so Leitl.(us)

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