Umweltdachverband: Neustart für den Natur- und Umweltschutz in Kärnten!

- UWD fordert starkes Kärntner Umwelt- und Naturschutzressort - Enormer Nachholbedarf in Sachen Natura 2000 und Naturschutzfinanzierung

Wien (OTS) - Landesumweltanwaltschaft einrichten und Naturschutzbeirat stärken!

"Die KärntnerInnen haben sich mit der Wahl des Landtages in vielen Belangen der Landespolitik für einen Neustart ausgesprochen - einen Neustart, der auch für den Natur- und Umweltschutz notwendig ist", so Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes. Kärnten zählt zu den Tourismusländern Nummer eins. Die Einzigartigkeit der Naturkleinode und die Schönheit der Landschaft sind Markenzeichen. Nichtsdestotrotz herrscht in einigen wichtigen Belangen des Natur- und Umweltschutzes enormer Nachholbedarf.

Natura 2000: Hausaufgaben endlich erledigen!

Kärnten hat derzeit nur rund 5,2% seiner Landesfläche in das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 eingebracht. Laut EU-Kommission muss Kärnten zumindest 28 zusätzliche Gebiete nachmelden, u. a. die Sattnitz, Teile der Karawanken, das Lesachtal inklusive der Mauthner Alm und den Mirnock bei Döbriach. "Wir wünschen uns von der neuen Landesregierung die rasche Abarbeitung der Hausaufgaben unter Einbindung der NGOs und der betroffenen GrundeigentümerInnen. Der Umweltdachverband wird die Landesregierung bei dieser Aufholjagd bestmöglich unterstützen", betont Heilingbrunner.

Schutzgebiete und Ländliche Entwicklung: Finanzierung sicherstellen

Für den Nationalpark Hohe Tauern Kärnten ist die Sicherung der nötigen Finanzmittel gefordert, zudem sollten Erweiterungen in Betracht gezogen werden. "Der Schutz der Natur muss uns etwas wert sein. Die Bereitstellung von Mitteln für Ausgleichszahlungen an GrundeigentümerInnen und BewirtschafterInnen sind u. a. auch bezüglich des Biosphärenparks Nockberge ein zentraler Aspekt. Kärnten wäre zudem gut beraten, Ansprüche an die finanzielle Unterstützung seitens der EU geltend zu machen und diese z. B. auch in die laufenden Verhandlungen um das Programm für die Ländliche Entwicklung einzubringen", so Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes. Allein für die sachgemäße Umsetzung von Natura 2000 schätzt der Umweltdachverband die Kosten in Kärnten auf 15-20 Mio. Euro pro Jahr. "Dabei ist sicherzustellen, dass die Mittelvergabe und -zuteilung transparent abläuft, um zu verhindern, dass Naturschutzgelder im Forststraßenbau oder im Güterwegebau untergehen. Der UWD appelliert an den künftigen Kärntner LH Peter Kaiser sich dafür einzusetzen, dass das Finanzministerium und die Bundesländer die 50%-ige nationale Kofinanzierung sicherstellen. Der UWD erwartet, dass dies im Kärntner Koalitionsvertrag ausdrücklich festgehalten wird", sagt Proschek-Hauptmann.

Bürgerbeteiligungsrechte: Naturschutzbeirat aufwerten

Klar ist aus Sicht des UWD auch, dass die politische Öffnung des Landes auch die BürgerInnen erreichen muss. "Zu allen großen landespolitischen Vorhaben sollten Öffentlichkeitsbeteiligungsprozesse durchgeführt werden, sei es im Rahmen von Planungen betreffend die Energieversorgung des Landes, die Erstellung eines Landesverkehrskonzeptes oder die Erarbeitung einer Naturschutzstrategie. Ferner sollte der Naturschutzbeirat als Stakeholdergremium aufgewertet werden und als generelles umwelt- und naturschutzpolitisches Beratungsorgan der Landeregierung etabliert werden", erklärt Heilingbrunner.

Umweltrecht: weisungsfreie und unabhängige Umweltanwaltschaft schaffen

"Außerdem ist es unabdingbar, dass sich Kärnten konsequent der Umsetzung der Aarhus-Konvention widmet und eine weisungsfreie und unabhängige hauptamtliche Landesumweltanwaltschaft einrichtet, die mit den nötigen Ressourcen ausgestattet wird, um in allen umweltrelevanten Verwaltungsverfahren Parteistellung einnehmen zu können. Die Institution einer Landesumweltanwaltschaft mit dem Naturschutzbeirat zu verbinden, wäre eine sehr gelungene Umsetzung der Aarhus-Konvention in Kärnten", so Heilingbrunner und Proschek-Hauptmann abschließend.

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