AK-Einkaufsführer für tierversuchsfreie Kosmetik

Linz (OTS) - Seit dem 11. März 2013 dürfen Kosmetika nicht mehr verkauft werden, wenn sie Stoffe enthalten, die ausschließlich in der Kosmetikindustrie verwendet und im Tierversuch auf Verträglichkeit geprüft werden. Doch wie konsequent ist dieses Verbot? "Ein AK-Einkaufsführer hilft Konsumentinnen und Konsumenten, Kosmetikprodukte bewusst zu verwenden", informiert AK-Vizepräsidentin Christine Lengauer.

Derzeit wird in nahezu allen Bereichen, in denen Menschen mit potenziell gesundheitsschädlichen chemischen Stoffen in Berührung kommen könnten, die Verträglichkeit an Tieren getestet. Für diese Prüfungen werden in der EU rund 10 Prozent der 12 Millionen Versuchstiere verwendet. Andere Tierversuche dienen den Wirksamkeitsprüfungen für Arzneimittel sowie den Prüfungen für Impfstoffe und Seren. Der Gesetzgeber verlangt alle diese Tierversuche.

Kosmetikprodukte wie Wimperntuschen, Cremes und Zahnpasta dürfen seit 2004 nicht mehr an Tieren getestet werden. Als Fertigprodukte wohlgemerkt. Für Inhaltsstoffe wie Öle, die zur Fertigung von Cremes benötigt werden, galt eine Übergangsregelung.

Seit 11. März 2013 gibt es ein EU-Verkaufsverbot für Kosmetikprodukte, deren Inhaltsstoffe durch Tierversuche getestet werden. Doch wie konsequent ist dieses Verbot? Es gilt nämlich nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich in Kosmetika eingesetzt werden. Stoffe, die auch anderweitig verwendet werden können, unterliegen nach wie vor der Chemikaliengesetzgebung, die die Prüfung an Tieren vorschreibt. Und das ist die Mehrzahl. Tierversuche für Kosmetika wird es somit auch künftig geben.

Es gibt alternative Methoden, die Tierversuche überflüssig machen. Derzeit sind es aber noch sehr wenige. Als Alternativmethode bezeichnet man eine wissenschaftliche Methode, die einen Tierversuch ersetzen oder die Zahl der Versuchstiere oder das Leiden und die Belastung der Tiere reduzieren kann.

Die Entwicklung weiterer alternativer Methoden wäre ein wichtiger Schritt für den Tierschutz. Die Tierversuchsgesetzgebung schreibt nämlich vor, dass Versuche an Tieren nur durchgeführt werden dürfen, wenn keine alternativen Methoden zur Verfügung stehen.

Konsumenten/-innen können durch den Kauf von Produkten, die sie ohnehin benötigen, Firmen fördern, die verantwortungsbewusst Produkte herstellen und vertreiben. Die Auswahl ist heutzutage bereits sehr groß. Ob bewusst mit Mensch, Tier und Umwelt umgegangen wird, sollte auf der Internetseite einer Firma schnell und ohne langes Suchen zu finden sein.

Der AK-Einkaufsführer "Tierversuchsfreie Kosmetik" ist unter http://www.ak-konsumenten.info zu finden.

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Dr. Robert Eiter
Tel.: (0732) 6906-2188
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