Neue Studie: Gefahr von Missbildungen und Fortpflanzungsschäden durch hormonell wirksame Pestizide

39 hormonell wirksame Pestizide für österreichische Landwirtschaft und Privatgartenbereich zugelassen

Wien (OTS) - Beschäftigte in Gärtnereien und in der Landwirtschaft sowie deren Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Missbildungen der Geschlechtsorgane und für Störungen des Fortpflanzungssystems. Dies ist das Ergebnis einer gestern vom Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN) präsentierten Studie, die anhand von Untersuchungen aus Dänemark, Spanien und Brasilien den Zusammenhang zwischen dem beruflichen Kontakt mit hormonell wirksamen Pestiziden und Schädigungen des Fortpflanzungsapparats aufzeigt. "Diese Ergebnisse sind besorgniserregend, aber keineswegs überraschend", bringt Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, die Studienergebnisse auf den Punkt. "Verfrühte Pubertät bei Mädchen, Hodenhochstand bei Buben und verminderte Fortpflanzungsfähigkeit zählen zu den wissenschaftlich belegten Auswirkungen hormonell wirksamer Chemikalien. Zunehmend werden diese Stoffe auch mit Hoden-, Prostata-, und Brustkrebs in Zusammenhang gebracht, sowie mit neurologischen Störungen, Diabetes und Fettleibigkeit."

Trotz massiver Widerstände aus den Reihen der agrochemischen Industrie hat die Europäische Union daher im Jahr 2009 im Zuge der neuen EU-Pestizidverordnung 1107/2009 ein generelles Verbot für hormonell wirksame Pestizide beschlossen. Diese für den Schutz von Umwelt und Gesundheit so essentielle Weichenstellung blieb aber bis heute ohne Wirkung, da die EU bis zum heutigen Tag noch keine Kriterien zur Identifizierung hormonell wirksamer Pestizide auf den Tisch gelegt hat. "Doch bevor das nicht passiert, wird kein einziges hormonell wirksames Pestizid seine Zulassung verlieren", sagt Burtscher.

Das erklärt, weshalb laut vorliegender PAN-Studie immer noch 51 in der wissenschaftlichen Literatur als hormonell wirksam beschriebene Pestizidwirkstoffe in diversen EU-Staaten angewendet werden dürfen. GLOBAL 2000 hat recherchiert, dass alleine in Österreich 39 davon zugelassen sind, und somit ein inakzeptables Risiko für die Umwelt und vor allem auch für die Gesundheit der LandwirtInnen und HobbygärtnerInnen darstellen.

GLOBAL 2000 warnt daher vor allem im privaten Bereich eindringlich von der Verwendung chemisch-synthetischer Pestizide, insbesondere dann, wenn diese Produkte Chemikalien enthalten, die als hormonell wirksam gelten. Burtscher sagt: "Es besteht keinerlei Notwendigkeit, die Gesundheitsgefährdung zu riskieren, da ausreichend alternative Produkte verfügbar sind, die auf natürliche Weise die Pflanzen gesund halten."

Die PAN-Studie "Endokrone Wirkung von Pestiziden auf Landarbeiter und auf Beschäftigte in Gewächshauskulturen und Gärtnereien" finden Sie auf www.global2000.at

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000
Lydia Matzka-Saboi/Nunu Kaller
Pressesprecherinnen
Tel.: +43 699 14 2000 26 / +43 699 14 2000 20
presse@global2000.at
www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0002