Schweiz: Amtsenthebung für "gloria.tv"-Pfarrer Nay

Doppelschlag in Diözesen Chur und Vaduz: Bischöfe Huonder und Haas entlassen umstrittene Priester Nay und Doppelbauer - Graubündner Kantonspolizei ermittelt gegen "gloria.tv"

Chur-Vaduz, 16.03.13 (KAP) Der Fall "gloria.tv" schlägt weiter Wellen: So teilte das Schweizer Bistum Chur am Freitag auf seiner Website mit, dass der Churer Bischof Vitus Huonder den Mitbegründer von "gloria.tv", den umstrittenen Pfarrer von Sedrun, Reto Nay, seines Amtes enthoben hat. Die Enthebung dürfte im Zusammenhang stehen mit jüngsten Beschwerden Huonders an Nay, dieser möge einen die "Pille danach"-Debatte thematisierenden Bericht mit einer Illustrierung von Bischöfen mit Hakenkreuz aus dem Portal entfernen. Huonder hatte in einem Schreiben Ende Februar an die Website die Löschung sämtlicher Beiträge, die mit seiner Person zusammenhängen, verlangt.

"Huonder zieht die Reißleine" titelte dazu am Samstag das Schweizer Portal "suedostschweiz.ch". Huonder habe ursprünglich gehofft, Nay zu einem freiwilligen Abgang bewegen zu können. Weiters berichtet das Portal, dass sich mittlerweile auch die Kantonspolizei Graubünden des Falls "gloria.tv" angenommen hat. Die Polizei prüfe, "ob sich gloria.tv strafrechtlich etwas hat zuschulden kommen lassen", zitiert die Zeitung einen Sprecher der Polizei. Welche Straftatbestände möglicherweise erfüllt seien, sei Gegenstand der Abklärungen. Denkbar sei, dass "gloria.tv" durch die Verwendung von Hakenkreuzen gegen die Schweizer "Rassismus-Strafnorm" verstoßen habe, mutmaßt das Blatt.

Wie die Diözese weiters mitteilte, ist der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas inzwischen auch dem Ersuchen von Bischof Huonder nachgekommen und hat den ebenfalls im Zusammenhang mit "gloria.tv" stehenden Priester Markus Doppelbauer aus der Diözese Chur abgezogen. Nay und Doppelbauer betreiben gemeinsam mit der aus St. Pölten stammenden Theologin Eva Doppelbauer den Schweizer Ableger von "gloria.tv".

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