Krankenstände seit Jahren konstant niedrig

Linz (OTS) - 40 Prozent der Arbeitnehmer/-innen gehen krank zur Arbeit. Ursachen sind bei vielen berufliche Überlastung, Stress und Arbeitsverdichtung. Die AK fordert daher die Unternehmerseite auf, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und in Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren, anstatt gegen kranke Menschen zu polemisieren. Zumal die Zahl der Krankenstandstage seit Jahren konstant niedrig ist.

Oberösterreichische Arbeitnehmer/-innen sind laut neuester Statistik der OÖ. Gebietskrankenkasse durchschnittlich an 13,2 Kalendertagen pro Jahr krank gemeldet - das sind maximal 9,5 Arbeitstage, noch ohne Bereinigung auf Grund von Teilzeitbeschäftigung. Der gleiche niedrige Wert wie 2011. Dennoch wettern Wirtschaftsvertreter/-innen in regelmäßigen Abständen gegen angeblich "krank feiernde" Arbeitnehmer/-innen. "Das ist nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sondern auch ziemlich zynisch", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Rund 35 Prozent aller Versicherten waren 2012 gar nicht im Krankenstand. Die Hälfte aller Fehlzeiten entfiel auf nur fünf Prozent der Beschäftigten - das sind oft chronisch und schwer kranke Menschen. Gerade psychische Erkrankungen haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. "Wie kann es angesichts steigender Erkrankungszahlen sein, dass die Krankenstände abnehmen", stellt der AK-Präsident eine rhetorische Frage und liefert auch gleich die Antwort: "Weil laut Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich 40 Prozent aller Beschäftigten krank zur Arbeit gehen, um ihren Job nicht zu verlieren, um ihre Verantwortung wahrzunehmen oder um die Kollegen nicht zu belasten."

Krank zur Arbeit zu gehen hat schlimme Folgen, für die Arbeitnehmer/-innen selbst, aber auch für die Unternehmen und das Gemeinwesen, weil die dadurch entstehenden Kosten höher sind als jene für Krankenstände. "Darum ist es höchst an der Zeit, all jene Umstände zu ändern, die die Leute krank machen", fordert der AK-Präsident.

Arbeit muss so gestaltet sein, dass sie den Menschen über einen längeren Zeitraum nicht überlastet. Kalliauer fordert daher eine Arbeitszeitverkürzung und den Abbau von Überstunden sowie die Möglichkeit, seine Arbeitszeit je nach Lebensphase gestalten zu können - etwa durch das Recht, zwischen Vollzeit und Teilzeit zu wechseln.

Der AK-Präsident wünscht sich auch ein stärkeres Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte/-innen beim Personalstand und bei der Arbeitsorganisation, um Arbeitsverdichtung zu verhindern. Unternehmen, die gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Arbeitnehmern/-innen auf gute Arbeitsbedingungen achten, sollen im Rahmen eines Bonus-Malus-Systems belohnt werden. Im Gegenzug sollen Betriebe mit krankmachenden Arbeitsbedingungen für den Schaden, den sie anrichten, zahlen.

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