GPA-djp ortet arbeitsrechtliche Sünden bei Seven Sins

Falsche Einstufungen und keinerlei Zuschläge für Angestellte; Gewerkschaft bereitet Schritte gegen Erotikshop-Kette vor

Wien (OTS/ÖGB) - Nach anonymen Hinweisen, dass VerkäuferInnen der Erotikshops Seven Sins in Wien gleich niedrig entlohnt werden und auch keinerlei Zuschläge bekommen, völlig unabhängig davon, welchen Tätigkeiten sie zu welcher Tages- und Nachtzeit nachgehen, befragte die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) Betroffene in Wien, die diesen Missstand bestätigen, wie Regionalgeschäftsführerin Barbara Teiber erklärt: "Unsere Nachfragen haben tatsächlich ergeben, dass alle Beschäftigten in den sieben Seven Sins Shops in Wien nach Beschäftigungsgruppe 2 des Kollektivvertrags für Angestellte im Handel bezahlt werden, egal ob sie beispielsweise kassieren oder eine Filiale leiten, beides Tätigkeiten, wofür den Angestellten natürlich höhere Einstufungen und daher höhere Mindestgrundgehälter zustehen. Außerdem geben die Befragten an, keine Zuschläge für besondere Arbeitszeiten zu erhalten."

Die GPA-djp werde die Arbeits- und Rahmenbedingungen in allen Filialen der Erotikshop-Kette Secret Factory (vormals Beate Uhse), zu denen auch Seven Sins Verkaufsläden gehören, in ganz Österreich in die Lupe nehmen, ergänzt der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner: "Diese Vorgangsweise in Wien, den Beschäftigten offenbar systematisch zustehendes Geld vorzuenthalten, legt natürlich den Verdacht nahe, dass sich das in allen rund 50 Filialen in ganz Österreich ähnlich abspielt."

Besonders des Themas der offensichtlich vorenthaltenen Zuschläge werde sich die GPA-djp jetzt annehmen, kündigt Teiber an. Auf der Homepage des Unternehmens wird unter anderem mit Beratungsabenden geworben, KundInnen werden dazu eingeladen, "nach 19.00 Uhr in eine unbekannte Welt einzutauchen". Die Bezahlung der im Kollektivvertrag für diese Arbeitszeiten sollte daher eigentlich völlig unstrittig sein.

"Nach allem, was uns bis jetzt bekannt ist, müssen wir davon ausgehen, dass das österreichische Arbeitsrecht für die Betreiber eine ebenso unbekannte Welt ist - die offenbar systematisch falschen Einstufungen und das Ignorieren der Zuschläge bei Seven Sins stellen jedenfalls arbeitsrechtliche Sünden dar, die wir keinesfalls akzeptieren werden. Wir werden alles unternehmen, damit die Angestellten zu ihrem Recht und zu ihrem Geld kommen", so Brantner und Teiber abschließend.

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