Produktionsgewerkschaft PRO-GE will kürzere Arbeitszeiten

Landeskonferenz Oberösterreich: Schaller zum Landesvorsitzenden gewählt

Wien (OTS/ÖGB) - "Unter dem Deckmantel Arbeitszeit-Flexibilisierung wollen die Arbeitgeber den ArbeitnehmerInnen die Zuschläge und die Mitbestimmung bei der Arbeitszeit wegnehmen. Die PRO-GE wird diesen unverfrorenen Vorschlägen sicher nicht zustimmen", betonte PRO-GE-Bundesvorsitzender Rainer Wimmer bei der oberösterreichischen Landeskonferenz der Produktionsgewerkschaft (ehem. Metallergewerkschaft) am 13. März 2013 in Hörsching: "Was wir brauchen sind moderne Arbeitszeiten, von denen die Beschäftigten profitieren und die zum Nutzen der einzelnen Branchen sind."

Im EU-Vergleich sind Großbritannien und Österreich die Länder mit der längsten Wochenarbeitszeit. Österreich liegt auch bei den regelmäßigen Überstunden an der Spitze. Dennoch wollen die Arbeitgeber Tageshöchstarbeitszeit und Durchrechnungszeiträume ausweiten. "Diese Forderungen bedeuten einen Rückschritt. Längere Arbeitszeiten gefährden die Gesundheit und schaffen keine Arbeitsplätze", kritisierte Wimmer. Für die PRO-GE ist klar: Auch die Beschäftigten müssen von Änderungen bei der Arbeitszeit profitieren:
zum Beispiel mit einer kürzeren wöchentlichen Arbeitszeit, oder längerem Urlaubsanspruch.

"Wir wollen eine Arbeitszeitverkürzung für alle ArbeitnehmerInnen, die schweren Belastungen ausgesetzt sind, wie etwa bei der Nachtarbeit oder Schichtarbeit", sagte Wimmer. Die PRO-GE fordert die Arbeitgeber auf, endlich lösungsorientierte Verhandlungen mit der Gewerkschaft zu führen, anstatt weiter nur unter dem Deckmantel "Flexibilisierung" die Einkommen der Beschäftigten kürzen zu wollen.

Das Thema Arbeitszeitverkürzung wird künftig in vielen kommenden Kollektivvertragsverhandlungen ein Schwerpunkt sein. Im März beginnen die Lohnrunden in der Textilindustrie und Elektro-/Elektronikindustrie. Den beiden folgen u. a. Bekleidungs-, Papier- und Glasindustrie sowie Chemische Industrie. Die Frühjahrslohnrunde in der Industrie umfasst insgesamt mehr als 130.000 Beschäftigte. "Wir werden etwa bis zum Herbst im Bereich der Metallindustrie sehen, wie konstruktiv die Arbeitgeber wirklich das Thema Arbeitszeit angehen. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Österreich sind jedenfalls gut. Die Löhne müssen steigen, dafür werden wir uns bei jeder Lohnverhandlung mit ganzer Kraft ins Zeug legen", sagte Wimmer. Aber damit den ArbeitnehmerInnen von den Lohnerhöhungen auch mehr netto übrig bleibt, fordert die Gewerkschaft auch eine moderne Steuerstruktur: Die Lohnsteuer müsse gesenkt und Reiche mit hohen Vermögen stärker belastet werden.

Neues Landespräsidium mit nahezu 100% Zustimmung

Auf der Landeskonferenz wählten die Delegierten Hans Karl Schaller (Voestalpine Stahl) zum Landesvorsitzenden. Das neue Landespräsidium setzt sich aus den Stellvertretern Josef Madlmayr (BRP Powertrain), Albert Maringer (Voestalpine Stahl), Erich Schwarz (MAN Truck & Bus Öst. AG), Andreas Wansch (DSM Fine Chemicals A.), Landesfrauenvorsitzende Elfriede Schober (Miba Sinter Austria) Landesjugendvorsitzenden Roland Baumann (Voestalpine Stahl), LandespensionistInnenvorsitzenden Josef Kastner und PRO-GE-Landessekretär Walter Schopf zusammen. Das neue Landespräsidium erreichte nahezu 100% Zustimmung.

Die PRO-GE ist die größte ArbeiterInnengewerkschaft in Österreich und vereint mehr als 230.000 Mitglieder. "In Oberösterreich bilden mehr als 2.000 hervorragend ausgebildete BetriebsrätInnen das Rückgrat der Gewerkschaft und kämpfen für die Anliegen der Menschen", betonen Landesvorsitzender Hans Karl Schaller und PRO-GE-Landessekretär Walter Schopf.

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