Bischöfe (2): Alois Schwarz und Manfred Scheuer tief beeindruckt

Der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz zeigte sich in einer ersten Reaktion "tief dankbar" gegenüber den Kardinälen, dass sie Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst gewählt haben. Er sei, so Schwarz, "sehr berührt" vom ersten Auftritt des neuen Papstes und von dessen "Gestus der Demut und spiritueller Kraft". Dass der neue Papst den Namen Franzikus gewählt habe, sei gewissermaßen auch Programm. "Der neue Papst weiß, was es bedeutet, auf der Seite der Armen und mit den Armen zu leben", so Bischof Schwarz.

Papst Franziskus I. sei, so der Kärntner Bischof, ein "Garant für die Einheit der Katholischen Kirche" und stehe vor der Herausforderung, gleichzeitig Einheit und Vielfalt der Kirche zu wahren und zu stärken. Der neue Papst werde mit seinem Charisma als "erster Botschafter des Evangeliums" die Kirche zu einem großen inneren Selbstbewusstsein führen und vermitteln, "dass die Botschaft des Evangeliums auch heute ein Lebensprogramm für alle Menschen ist".

Als "starker Verkünder des Glaubens" werde sich Franzikus I. durch sein Zeugnis der Einfachheit mit großem Einfühlungsvermögen, Sensibilität und gläubigem Optimismus seelsorglichen Fragestellungen stellen und einen neuen Blick auf die Situation der Kirche in Europa einbringen. Der neue Papst werde aufgrund seiner Herkunft in besonderer Weise eintreten für die Bekämpfung von Armut und Korruption und sich einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden sowie für die Bewahrung der Schöpfung.

Die Suche nach Gott sowie eine verständliche Sprache und Vermittlung des Glaubens seien in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft die großen Zukunftsthemen. Der neu gewählte Papst Franzikus I. werde weltweit auch Brückenbauer sein im Dialog mit den Nichtglaubenden sowie mit den anderen Religionen, vor allem mit dem Islam.

Scheuer: Bewegende Segensgeste

Wie so viele zeigte sich auch Bischof Manfred Scheuer in einer ersten Stellungnahme "ziemlich überrascht" über die Wahl des Argentiniers. "Bergoglio gilt als Kardinal der Armen mit einem einfachen und bescheidenen Lebensstil. Die Geste, sich zuerst segnen zu lassen und dann den Segen zu spenden, war bewegend."

Bischof Scheuer sieht es als sehr wahrscheinlich an, dass in Zukunft Fragen der Armut und die Auswirkungen der Globalisierung und der Gerechtigkeit stark im Zentrum der Kirche stehen werden: "Ob der Name Franziskus I. wegen Franz von Assisi oder dem Hl. Francisco de Borja, dem dritten Jesuiten-General, gewählt wurde, kann ich nicht beurteilen, das muss der neue Papst noch erklären."

Der erste Eindruck zeuge von einer spirituellen Tiefe und Demut. Scheuer: "Ich bin überzeugt, dass Franziskus I. mit der ignatianischen Unterscheidung der Geister und mit der zuversichtlichen Grundhaltung Gott in allen Ereignissen und Dingen zu suchen und zu finden, sein Amt ausüben wird."

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