AK Kaske: "Kompetenzcheck für betriebliche Ausbildung"

Betriebe müssen bei der Lehrlingsausbildung mehr Verantwortung übernehmen

Wien (OTS) - Den Misserfolg von vielen Lehrlingen bei der Abschlussprüfung allein auf die Jugendlichen zu schieben - das ist zu billig" sagt AK Präsident Rudi Kaske zur Diskussion über die Zahl jener, die bei der Abschlussprüfung durchfallen. "Wer bildet denn die Lehrlinge offenbar zu wenig aus?" Die AK fordert daher eine stärkere Qualitätssicherung in den Ausbildungsbetrieben und eine Koppelung der Lehrlingsförderung an den Ausbildungserfolg.

Die Ergebnisse der Abschlussprüfungen allein damit zur erklären, wonach die Betriebe keine guten Bewerber finden, greife jedenfalls zu kurz. Kaske: "Erst am Ende der Lehrzeit wird festgestellt, was die Jugendlichen gelernt haben. Da ist es aber schon zu spät und Ausbildungsdefizite können nicht mehr nachgeholt werden." Wichtig ist daher aus Sicht des AK Präsidenten, die Qualität der betrieblichen Ausbildung bereits während der Ausbildungszeit zu überprüfen.

Tatsächlich ist die Erfolgsquote der Lehrlingsausbildung sogar noch geringer als die genannten 18 Prozent Durchfaller, sagt die AK. Denn: In dieser Zahl nicht enthalten sind jene, die gar nicht erst zur Lehrabschlussprüfung antreten. Berücksichtigt werden sollte auch, was mit jenen geschieht, die durchgefallen sind. Denn nur rund 40 Prozent von ihnen treten ein zweites Mal an. "Diese Zahlen sind Besorgnis erregend", sagt Kaske, "Wir dürfen nicht tausende junge Menschen ohne Abschluss lassen." Kaske verlangt, die Wirtschaft stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Unternehmen müssen unterstützt, aber auch stärker überprüft werden, wie sie ausbilden.

Aber auch die Umsetzung des jüngsten Sozialpartner-Vorschlags zur Bildung - etwa die Erfüllung der Schulpflicht erst bei Erreichung von Mindeststandards und Abschluss der 9. Schulstufe sowie zwei verpflichtende Kindergartenjahre - muss angesichts der derzeit noch hohen Verlustraten in den weiterführenden Schulen rasch erfolgen.

AK Forderungen zu den Lehrlingen im Detail:

+ Die betriebliche Ausbildung muss bereits während der Lehrzeit einem Kompetenzcheck unterzogen werden. Betriebe und Lehrlinge erhalten ein Feed Back zum Ausbildungsstand und können eventuelle Defizite rechtzeitig beheben.

+ Betriebe kassieren rund 150 Millionen Euro pro Jahr an Förderungen. Die Förderung in Höhe einer Lehrlingsentschädigung im letzten Lehrjahr sollte nur dann bezahlt werden, wenn die Lehrlinge zur Lehrabschluss-Prüfung antreten.

+ Mehr Unterstützung der Lehrlinge bei der Vorbereitung zur Lehrabschluss-Prüfung: Derzeit bezahlen Lehrlinge die Kosten für Vorbereitungskurse fast immer selbst. Die AK fordert, dass ihnen diese Kosten ersetzt werden. Eine Einigung auf Sozialpartnerebene gibt es bereits. Diese muss jetzt rasch umgesetzt werden.

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