Braucht Europa eine neue Industriepolitik? - Diskussion im forum bmvit mit Aiginger, Burtscher, Herlitschka und Schwab

Wien (OTS/BMVIT) - "Industriepolitik hat heute wieder Top-Priorität", erklärte Karl Aiginger, der Direktor des Österreichschen Wirtschaftsforschungsinstituts, in seinem Eröffnungsreferat beim jüngsten "forum bmvit - Zukunft heißt Innovation" am Dienstag in Wien. Die Erfahrungen der Finanzkrise, in der sich die Länder mit einer starken Industriebasis am besten behaupten konnten, wie auch der rasante Aufstieg Chinas zur Industrienation Nummer eins sind dafür schlagende Argumente. Industriepolitik dürfe heute aber nicht mehr eine isolierte Politik sein, sie müsse systemisch verstanden werden und viele Bereiche umfassen: von der Bildungspolitik bis zur Forschung, von der Wettbewerbspolitik bis zur Handelspolitik. Österreich gehe dabei von einer guten Position aus. Es verfügt über eine stabile industrielle Basis und weist in Europa den dritthöchsten Industrieanteil an der nationalen Wertschöpfung auf.

Wolfgang Burtscher, stellvertretender Generaldirektor in der DG Research der Europäischen Kommission, wies in seinem Statement auf die zentrale Rolle von Forschung und Innovation in einer europäischen Industriepolitik hin. Die privaten Investitionen in die Forschung lägen in Europa heute wieder auf dem Niveau von vor der Finanzkrise, im weltweiten Vergleich seien sie aber immer noch niedrig. In dem neuen, 2014 startenden Forschungsrahmenprogramm der EU - Horizon 2020 - bemühe man sich daher, die Industrie zu einem verstärkten Engagement zu motivieren. So sind für die industrielle Forschung Förderungsintensitäten von bis zu 100 Prozent vorgesehen.

Ingolf Schädler, Bereichsleiter Innovation im BMVIT, wies einleitend darauf hin, dass die EU heute in wichtigen Politikbereichen die Weichen neu stellt. Nicht nur Horizon 2020 starte ab 2014, auch die Strukturfonds und das Beilhilfenregime der EU würden neu aufgesetzt. Diese nach innen gerichteten Politiken müssten aber auch durch eine aktive Handelspolitik der EU verbunden werden, die Europa auch ermöglicht, in der zunehmend schärfer werdenden Auseinandersetzung auf den Weltmärkten auch "Zähne zeigen zu können".

In der folgenden Diskussion setzten sich Aiginger und Burtscher sowie Spitzenvertreter der heimischen Industrie - Sabine Herlitschka, Vorstand für Technik und Innovation bei Infineon Austria, und Peter Schwab, Leiter der Konzernforschung voestalpine - mit der Notwendigkeit, den Potenzialen und den Herausforderungen einer neuen Industriepolitik auseinander. (Schluss)

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