"Am Schauplatz"-Reportage "Angst ums Haus" am 14. März im ORF

Wien (OTS) - Für ihren Traum vom Eigenheim nehmen die Österreicher/innen viel in Kauf - vor allem auch hohe Schulden. Wenn die Raten nicht pünktlich bezahlt werden, schnappt die Falle zu. Monat für Monat werden Dutzende Häuser zwangsversteigert, berichten Klaus Dutzler, Nina Horowitz, Katharina Windbichler und Maria Zweckmayr in der "Am Schauplatz"-Reportage "Angst ums Haus, die am Donnerstag, dem 14. März 2013, um 21.05 Uhr in ORF 2 zu sehen ist.

Das Ehepaar B. zum Beispiel muss fürchten, demnächst auf der Straße zu sitzen. Ihr Haus wurde von der Bank zur Versteigerung ausgeschrieben. "Wir haben keine reichen Verwandten, es gibt niemanden, der uns helfen kann", sagt Herr B verzweifelt. "Wir wissen nicht einmal, wo wir dann hin sollen."

In den 90er Jahren haben sich viele Österreicher/innen von Anlageberater/innen zu Fremdwährungskrediten und zum Ankauf von sogenannten "Tilgungsträgern" überreden lassen. Weil der Währungskurs sich nicht wie erhofft entwickelte, sitzen viele jetzt auf deutlich höheren Schulden als davor. Und die Banken ziehen die Daumenschraube an.

Auch Frau S. aus Peterskirchen in Oberösterreich hat vertraut - auf das, was ein Bankangestellter und ein Finanzberater ihr gesagt haben. Sie und ihr damaliger Ehemann benötigten 2006 dringend Geld für den Hausbau. Umgerechnet 225.000 Euro waren nötig. Ein Finanzberater empfahl einen Fremdwährungskredit in Schweizer Franken, kombiniert mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung als Tilgungsträger. Ernüchternde Bilanz sieben Jahre später: Der Kredit haftet mittlerweile mit mehr als 300.000 Euro aus, obwohl die 37-Jährige rund 1.300 Euro im Monat zurückzahlt. Die Ehe ging in die Brüche. Frau S. zieht ihre beiden Kinder alleine groß und kämpft verzweifelt darum, ihnen ihr Zuhause zu erhalten.

Selbst Reiche sind nicht davor gefeit, um ihr Haus zittern zu müssen. Herr S. aus Oberösterreich wurde 2001 zum Millionär. Da gewann der alleinerziehende Vater zehn Millionen Schilling im Lotto. Die Gewinnauszahlungsstelle der österreichischen Lotterien empfahl auch gleich den passenden Anlageberater. Der versprach, das Geld sicher und ertragreich zu investieren. Zwölf Jahre später ist von dem Millionengewinn nichts mehr übrig. Herrn S. drohte sogar die Zwangsversteigerung seines Hauses, das er schon vor dem Lottotreffer besaß.

Aber schlechte Zeiten sind meistens auch gute Zeiten. Für diejenigen, die aus der Krise Gewinn schlagen. Der Bauingenieur Walter Zucker sucht jeden Tag auf der Zwangsversteigerungs-Homepage des Finanzministeriums nach Schnäppchen. "Es gibt eben Erste im Leben. Und Zweite." Herr Zucker ist gerne Erster, sagt er. Eine Wohnung in Pfaffstätten hat der gebürtige Bayer momentan im Visier. Doch für die Zwangsversteigerung fehlt ihm leider eine Kleinigkeit: Das Geld. Die Wohnung ist laut Gutachten 33.500 Euro wert. Wenn man mitbieten will, muss man - als Anzahlung - zehn Prozent des Schätzwertes auf einem Sparbuch deponieren. Also in diesem Fall 3.500 Euro. Doch auch dafür braucht Herr Zucker einen Kredit.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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