Die schwere Last (von Michael Cerha)

Ausgabe 13. März 2013

Klagenfurt (OTS) - Der emeritierte Benedikt XVI. hat versichert, dass er aus Altersgründen zurücktritt. Er sprach von seiner abnehmenden Kraft, angesichts derer er die Last seines Amtes nicht weiter tragen könne. Nicht alle haben ihm das geglaubt. Wahrscheinlich zu Unrecht. Es war nicht ein einzelnes Thema wie das der Missbrauchsskandale in der Kirche, das der undichten Stellen im vatikanischen Apparat oder das der zunehmenden Spannung zwischen Reformern und Bewahrern. Es war all das zusammen. Denn auch bei abnehmender Körperkraft hätte dieser Mann, der am 16. April 86 wird, die Last seines Amtes wohl noch ein wenig weiter tragen können, wenn sie nur leichter gewesen wäre. Aber das ist die andere Seite: Die Last ist wirklich schwer, genauer noch, sie ist in den vergangenen Jahren zusehends schwerer geworden, schneller, als ein alter Herr seine Kräfte verliert. Die Last ist so schwer, weil die Kirche sie sich durch dogmatische Starre selbst so schwer gemacht hat. Zu wünschen wäre dem nächsten Papst, er könnte wie Johannes XXIII. ein wenig davon abschütteln.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/512000-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001