Neues Volksblatt: "Aufgelegter Elfer" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. März 2013

Linz (OTS) - Österreichs Politik ist an einem bewerkenswerten Punkt angekommen. Abgewählte Repräsentanten wie der Kärntner Ex-Landeshauptmann Gerhard Dörfler (ein Vertreter der Kleine-Leute-Partei aus Straches blauem Reich) klammern sich an ihr Mandat, andere suchen ihr Heil im Wechsel zu einer Partei, die sich ein Milliardär nach Pferden und dem Fußball als nächstes Hobby hält. Aus der Liste der Wechselwilligen wollte Frank Stronach im fernen Kanada - dort muss er sich aus steuerlichen Gründen immer wieder auf bestimmte Zeit aufhalten - jemanden aussuchen, der gut in sein zusammengewürfeltes Opportunistenpotpourri passt. Was sie dort erwartet, wissen sie ebensowenig wie die Wähler, denn ein Parteiprogramm der Stronach-Partie gibt es nach wie vor nicht. In TV-Spots hat Stronach damit geworben, in Österreich schon kräftig gespendet zu haben; ein bisschen was will er sich offenbar über die Klubförderung - und dazu braucht er den oder die fünfte Abgeordnete -und andere öffentliche Mittel wieder zurückholen.
Jedenfalls ist jetzt ein idealer Zeitpunkt, mit guter Politik den Unterschied zwischen Verantwortungsbewusstsein und Populismus darzustellen. Der neue Verteidigungs- und Sportminister kann mit einer flotten Heeresreform einen guten Beitrag fürs positive Image der Koalition leisten. Arbeiten statt Nabelschau - wenn das kein aufgelegter Elfmeter ist.

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