Alter Wein in neuen Schläuchen? Von der Leerkassettenvergütung zur Speichermedienabgabe

Diskussionsveranstaltung am Do., 14.3., 18:30 Uhr, MuseumsQuartier Wien

Wien (OTS/PWKAVI) - Am Donnerstag, 14. März 2013, ab 18:30 Uhr
(bis 21:00 Uhr, Einlass ab 18:00 Uhr) im Raum D, quartier21, QDK, Electric Avenue, MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien schauen zurück auf ein Jahr Diskussion "Festplattenabgabe in Österreich" und werfen einen Blick in die Zukunft pauschaler Vergütungsmodelle für digitale Medien.

Dieser Abend wird gemeinsam veranstaltet von vibe!at, der Initiative für Netzfreiheit, der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich und der Arbeiterkammer Wien.

Begrüßung und Einführung: Dr. Joachim LOSEHAND (vibe!at)

Impulsvortrag: RA Dr. Till KREUTZER (i. e. Büro für informationsrechtliche Expertise)

Unsere Gäste auf dem Podium sind:

  • Mag. René TRITSCHER (WKÖ, Geschäftsführer Bundessparte Handel)
  • Markus STOFF (Initiative für Netzfreiheit)
  • Silvia ANGELO (AK Wien, Leiterin Wirtschaftspolitik)
  • Mag. Oliver ERTL (GdG - KMSfB)

Moderation: Martina MADNER

Der Audio- Livestream aus dem Raum D beginnt um 18:30 Uhr.

Ein Thema beschäftigt und polarisiert seit geraumer Zeit in Österreich die Urheberrechtsdebatte: die "Modernisierung" der Leerkassettenvergütung zur Festplattenabgabe bzw. Speichermedienabgabe.

Mit der Einführung der Compact Disc und der DVD ist der Verkauf von Musikkassetten und VHS-Kassetten ebenso eingebrochen wie der Handel mit "Leerkassetten", der Verkauf von CD-Rohlingen konnte diese Verluste bei der Privatkopie-Abgabe jedoch auffangen.

Seit der technische Fortschritt und der (mobile) Online-Markt für digitale Medien inzwischen auch den Verkauf von CDs und DVDs nachhaltig beeinflusst, sinken die Erlöse aufgrund der Veränderung des Mediennutzungsverhaltens der Konsumenten aus der Leerkassettenvergütung seit 2005 kontinuierlich.

Die Modernisierung der bisherigen "Leerkassettenvergütung" zur "Speichermedienabgabe" ist für die Künstler darum ein logischer und notwendiger Schritt. Kritiker wenden ein, dass die Erlöse aus der Abgabe direkt mit der Möglichkeit privater Vervielfältigungshandlungen ("freie Werknutzungen") verknüpft ist, die in zunehmendem Maße im Online-Geschäft mit digitalen Medien den Endkonsumenten durch Lizenzvereinbarungen und technische Schutzmaßnahmen eingeschränkt wird. Oder sogar überflüssig ist, weil Endkunden in der Regel Nutzungsrechte für mehrere Kopien erwerben, die dann keine "Privatkopie? mehr sind.

Zudem scheinen die veröffentlichten Tarife allein im Vergleich mit dem Nachbarland Deutschland kaum nachvollziehbar, sie sind zum Teil um das Zwei- bis Dreifache höher als jenseits der Grenzen. Kein Wunder, wenn der österreichische Handel dies im europäischen Binnenmarkt als einen Wettbewerbsnachteil empfindet, besonders, wenn viele Konsumenten ankündigen, zukünftig ihre Festplatten und Computer im Ausland zu
kaufen.

Angesichts des rasanten technischen Fortschritts und der weitgehend immer unspezifischeren Nutzung von Geräten stellt sich zunehmend die Frage, welche Zukunft Hardwareabhängige Pauschalabgaben überhaupt haben und welche "freien Werknutzungen" beim zunehmend restriktiver werdenden Urheberrecht überhaupt noch abgegolten werden müssen.

Rückfragen & Kontakt:

Jürgen RUPPRECHT
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 05 90 900-4281
E-Mail: juergen.rupprecht@wko.at
Persönl. Fax: 05 90 900 11 4281

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