MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst: Stellungnahme zum Bericht des Rechnungshofs

Wien (OTS) - Das MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst hat am 11. März 2013 den Bericht zur Prüfung des Rechnungshofs erhalten. Das MAK sieht die wertvolle Arbeit des Hauses, die ihm einen international hervorragenden Ruf sichert, in vielen Punkten bestätigt und hat bereits begonnen, die im Rohbericht des Rechnungshofs festgehaltenen Anregungen umzusetzen. Zu einigen dieser Kritikpunkte, insbesondere zu den Besucherzahlen, wurden unter Christoph Thun-Hohenstein, seit 1. September 2011 Direktor des MAK, bereits wesentliche Maßnahmen gesetzt. Thun-Hohenstein: "Wir sehen den Bericht des Rechnungshofs, der sich weitestgehend auf die Amtsperiode des früheren Geschäftsführers bezieht, als Ansporn, das Funktionieren des MAK weiter zu verbessern."

Einige Kritikpunkte des Rechnungshofs, insbesondere zur Inventarisierung von Sammlungsobjekten, zu Besucherzahlen oder Kontrollmechanismen des Museums, werden im Folgenden kurz kommentiert.

Sammlungsobjekte
Mit der Veröffentlichung des Rechnungshofs-Rohberichts durch eine österreichische Tageszeitung richtete sich das öffentliche Interesse auf inventarisierte, anscheinend jedoch fehlende Sammlungsobjekte des MAK. Im Endbericht stellt der Rechnungshof "Fehlbestände" fest und vermisst die Angabe der Sammlungsobjekte mit unbekanntem Standort. Das MAK geht mit seiner Sammlung mit vergleichbarer Sorgfalt wie andere Bundesmuseen um und hält nachdrücklich fest, dass der überwiegende Anteil der als Verlust beziehungsweise fehlend angeführten Objekte für den Zeitraum von der Gründung des Museums bis um 1960 festzumachen ist. Die als "fehlend" ausgewiesenen Objekte erklären sich großteils aus Tausch, Kriegsverlusten, Restitutionen oder Abgabe an andere Museen oder Institutionen.
Die von den PrüferInnen angeregte, einheitliche digitale Erfassung aller Sammlungsobjekte und Archivalien in einer zentralen Museumsdatenbank (Collection/Museum Management System) ist im MAK seit einiger Zeit in Vorbereitung und wird mit finanzieller Unterstützung des bm:ukk seit Jänner 2013 operativ umgesetzt. Derzeit werden die Daten in einem Filemaker-System erfasst. Da die handschriftlichen Inventare eine unerlässliche Absicherung der digitalen Datenbank bilden, wird das MAK sie auch in Zukunft weiterführen.

Besucherzahlen
Die Besucherzahlen des MAK wurden stets entsprechend den Vorgaben des bm:ukk ausgewiesen. Bis 2010 sah das entsprechende Formular nur eine Aufteilung in BesucherInnen gesamt, BesucherInnen zahlend und BesucherInnen von Ausstellungen/Sonderausstellungen vor. Seit dem Jahr 2011 weist das MAK entsprechend den Vorgaben die BesucherInnen im Rahmen von Vermietungen sowie der Bibliothek gesondert aus. Der Empfehlung des Rechnungshofs, BesucherInnen, die das Haus über den Personaleingang betreten (wie Gäste der Direktion oder anderer Abteilungen, sowie FirmenmitarbeiterInnen), nicht in die Besucherzahlen einfließen zu lassen, wurde bereits im Ausweis der Besucherzahlen für 2011 entsprochen. Allerdings handelt es sich hier zum Teil um BesucherInnen, die auch Ausstellungen besuchen.
Zur Erhöhung des Anteils der zahlenden BesucherInnen wurde bereits Anfang 2012 der im MAK seit 2002 bestehende freie Eintritt am Samstag abgeschafft. Stattdessen ist das MAK dienstagabends von 18:00 bis 22:00 Uhr frei zugänglich. Anzumerken ist, dass Entgänge aus den Einnahmen aufgrund des freien Eintritts am Samstag über eine Sponsoringvereinbarung mit dem österreichischen Elektrizitätsunternehmen Verbund in den Jahren 2006 bis 2009 großzügig wettgemacht wurden.

Controlling und Revision
Der Bericht des Rechnungshofs bestätigt das funktionierende Controlling des MAK über die kaufmännische Leitung. Die bisher durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführte Interne Revision erachtet der Rechnungshof aufgrund des Umfangs von jährlich sieben bis zwölf Tagen sowie der laut Rechnungshof-Bericht fehlenden Maßnahmenevidenz als nicht ausreichend. Das MAK hat heuer bereits von PwC eine detailliertere Auswertung der Überprüfung angefordert, die eine noch genauere Überwachung der festgelegten Prüffelder und empfohlenen Maßnahmen als bisher ermöglicht.

KulturKontakt
Im Rahmen des durch KulturKontakt geförderten Projekts "Erweiterung der kunsthistorischen Betrachtungsweise durch einen Materialschwerpunkt mit besonderem Fokus auf berufsbildende höhere Schulen und Berufsschulen" erarbeitet das MAK ein einzigartiges, in dieser Form noch nicht angebotenes Kunstvermittlungsprogramm, das Schüler von berufsbildenden höheren Schulen und Berufsschulen über das Thema "Material" für Kunst und kunstgeschichtliche Zusammenhänge interessieren soll. Der Rechnungshof merkt an, einzelne Leistungen seien nur unzureichend erbracht worden und empfiehlt die Rückzahlung von zu "Unrecht in Anspruch genommenen Mitteln". Trotz verspäteter Fertigstellung wurden nach einer eingehenden Prüfung des Projekts durch KulturKontakt Austria bis auf eine Position alle Aufwendungen anerkannt, lediglich die nicht erfolgte Gegenrechnung von Erträgen aus Führungen in Höhe von Euro 1.481 wurde beanstandet und in der Folge rückerstattet.

Reisekosten und Fuhrpark
Die Repräsentationskosten des MAK und insbesondere die Reisetätigkeit des früheren Direktors wurden vom Rechnungshof als zu weitreichend empfunden, wenngleich alle Reisen des früheren Direktors in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner Funktion und seinem Aufgabengebiet als Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Museums standen. Die vom Rechnungshof aufgeführten Kritikpunkte zum Fuhrpark des Hauses wurden hausintern längst erkannt. Das dreirädrige Motorfahrzeug wurde vor mehreren Monaten verkauft, der GMC Sierra Pickup wird gegen ein kostengünstigeres Fahrzeug getauscht. Mit dem eindeutigen Statement "Ich bin ein schlanker Direktor" verdeutlichte Christoph Thun-Hohenstein bereits bei der Jahrespressekonferenz des MAK im November 2012 die diesbezügliche, künftige Haltung des Hauses.

Früherer Geschäftsführer
Zu den weiteren gegenüber dem ehemaligen Geschäftsführer Peter Noever vom Rechnungshof festgehaltenen Vorwürfen kann das MAK angesichts eines laufenden Gerichtsverfahrens nicht Stellung beziehen. Über die bereits bekannten, schon Anfang 2011 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC aufgeführten Kritikpunkte hinaus haben sich aus Sicht des MAK keine neuen Erkenntnisse ergeben.

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