AK Tumpel: Österreich ist in vielen Fragen der ArbeitnehmerInnen-Rechte weiter als Deutschland

Scheidender AK Präsident dankte Gewerkschaften und Sozialpartnern: "Unsere Kraft schöpfen wir aus dem Wissen und Engagement der Arbeitnehmervertrete-rInnen."

Wien (OTS) - Mit stehendem Applaus hat die 159. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien den scheidenden Präsidenten Herbert Tumpel verabschiedet. "All unsere Kraft schöpfen wir aus Eurer Erfahrung", rief Tumpel den ArbeitnehmervertreterInnen in der Vollversammlung zu. Auf Basis der Anregungen der BetriebsrätInnen und Per-sonalvertreterInnen und gemeinsam mit Gewerkschaften und Sozialpartnern ist es der Arbeiterkammer gelungen auch in schwierigen Zeiten entscheidende Verbesse-rungen für die Beschäftigten zu erreichen, so Tumpel. Er erinnerte an die großen wirtschafts- und sozialpolitischen Auseinandersetzungen seiner 16jährigen Amtszeit. In vielen Fragen der Arbeitnehmerinnenrechte ist Österreich dem Nachbarland Deutschland weit voraus.

Während in Deutschland über Mindestlöhne immer noch diskutiert wird, haben in Ös-terreich die Sozialpartner längst einen Mindestlohn von 1.000 Euro durchgesetzt. "Wir sind heute so weit, dass 95 Prozent aller Beschäftigten über 1.300 Euro brutto im Monat haben", sagte Tumpel. Auch bei der Absicherung der LeiharbeiterInnen ist Österreich weiter als Deutschland: "Wir haben gleichen Lohn und gleiche Sozialleistungen durchge-setzt. In Deutschland verdienen Leiharbeitskräfte oft nur 40 Prozent dessen, was ihre festangestellten Kollegen und Kolleginnen verdienen", so Tumpel.

Arbeiterkammer und Gewerkschaften hatten außerdem bei den Auseinandersetzungen um die Abfertigung neu durchgesetzt, dass alle, die länger als einen Monate beschäftigt sind, einen Abfertigungsanspruch erwerben. Damit kamen auf Druck von AK und Ge-werkschaften eine Million Beschäftigte mehr in den Genuss der Abfertigung neu.

Bei der EU-Erweiterung hatte die AK gemeinsam mit den Gewerkschaften auf die Aus-nutzung der Übergangsfristen gedrängt. "Das war richtig und hat den österreichischen Arbeitsmarkt stabilisiert", so Tumpel. Weitere Erfolge seiner Amtszeit waren das Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping, die Verbesserung der sozialen Absicherung von Freien DienstnehmerInnen sowie der Mehrarbeitszuschlag für Teilzeitkräfte.

"Das alles haben wir in enger Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften erreichen können", bilanzierte Tumpel. Der scheidende Arbeiterkammer Präsident lobte die kon-struktive Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern. Sein besonderer Dank galt auch der Stadt Wien, die viele Forderungen der Arbeiterkammer früher als andere Bundesländer umgesetzt hatte. Tumpel verwies hier auf die Ausbildungsgarantie und auf den Weiterbil-dungsplan, der die künftige Weiterbildung der FacharbeiterInnen verbessert.

Pressefotos von der AK Wien Vollversammlung zur Neuwahl des Präsidenten ab circa 12.30 Uhr zum download unter wien.arbeiterkammer.at

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