"kreuz und quer" am 12. März: "Christoph Schönborn - Ein Papabile aus Österreich" und "Petrus und die Päpste"

Wien (OTS) - Er wird in internationalen Medien im bevorstehenden Konklave als "Papabile" eingestuft, als Kandidat mit guten Chancen, zum Papst gewählt zu werden. "kreuz & quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt am Dienstag, dem 12. März 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Dokumentation "Christoph Schönborn - Ein Papabile aus Österreich" von Peter Beringer. Um 23.00 Uhr zeichnet Pjotr Dziubak in "Petrus und die Päpste" den Wandel des Papstbildes nach, beginnend mit den Ausgrabungen in der Nekropolis unterhalb von St. Peter bis hin zur Amtseinführung Papst Benedikts XVI.

"Christoph Schönborn - Ein Papabile aus Österreich" - Ein Film von Peter Beringer

Nach vorsichtigeren Einschätzungen wird er zumindest eine wichtige Rolle bei der Papstwahl spielen: Kardinal Christoph Schönborn. Der Purpurträger aus Österreich, der aus altem europäischem Adel stammt, und doch Bettelmönch wurde, gilt als theologisch kompetenter Konservativer mit vorsichtigen Reformansätzen.

Ein Kardinal im kirchlichen Spannungsfeld: Nicht nur die gesellschaftlich-säkulare "Großwetterlage" ist unwirtlich: Seit 15 Jahren Kardinal, scheint es Schönborn im konfliktreichen Kirchenleben nicht vielen recht machen zu können. Kämpferisch konservative Kreise kritisieren die Bemühungen Schönborns um pastorale Lösungen - etwa bei wiederverheirateten Geschiedenen; oder im Fall jenes Pfarrgemeinderats, der in einer homosexuellen Partnerschaft lebt, und dessen Wahl Schönborn gegen den Willen des Ortspfarrers bestätigte. Gruppen wie die Pfarrer-Initiative oder die Plattform "Wir sind Kirche" kritisieren hingegen den Reformstau: Bei der Frage nach der Zulassung von Frauen zum Weiheamt oder von verheirateten Männern zu Priestern drängen sie auf Bewegung, während Schönborn strikt den römischen Kurs hält.
Beachtung als Krisenmanager: Zugleich hat Kardinal Schönborn international als Krisenmanager Beachtung gefunden: Schon in der Affäre um seinen Vorgänger Hans Hermann Groer fand er - nach einem ersten unglücklichen Medienauftritt - klare Worte. Und nach den 2010 bekannt gewordenen kirchlichen Missbrauchsfällen, die bis in die 1960er Jahre zurückreichen und eine Welle von Kirchenaustritten bewirkten, schwor Schönborn die teilweise unsicheren Mitglieder der Bischofskonferenz auf einen klaren Aufklärungskurs ein. Das hat auch in Rom Eindruck gemacht.

Rebellische Pfarrer - Dialog auf Sparflamme: Wobei im Vatikan offenbar der Umgang mit der aufmüpfigen Pfarrer-Initiative nicht nur auf Gefallen stößt. Zwar hat Schönborn unmissverständlich klargestellt, dass der "Aufruf zum Ungehorsam" "so nicht stehen bleiben kann". Doch bis auf die harmlose Sanktion, dass Mitglieder der Initiative nicht Dechanten werden können, ist nicht viel geschehen. Der Kardinal hat den Dialog mit den rebellischen Pfarrern keineswegs abgebrochen. Es wird auf Sparflamme Kontakt gehalten, man hält einander aus - eine österreichische Lösung.

Die "kreuz und quer"-Dokumentation geht der familiären Herkunft Schönborns aus adeligem Hause nach, beschreibt seinen Werdegang als Dominikaner und Theologe. Wie denkt der Kardinal über Reformen und die innerkirchlichen "heißen Eisen"? Was ist für ihn das Eigentliche des christlichen Glaubens? Und wie verbindet er seine Intellektualität mit einem volksnahen, fast naiven Glauben? Zu einzelnen Stationen und auch Irritationen in seiner Zeit als Wiener Erzbischof und Kardinal kommen unter anderen Helmut Schüller von der Pfarrer-Initiative, der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner, Martha Heizer von der Plattform "Wir sind Kirche", P. Karl Wallner von der Päpstlichen Hochschule Heiligenkreuz und der Vatikanist Marco Politi zu Wort.

"Petrus und die Päpste" - Ein Film von Pjotr Dziubak

Simon Petrus, ein einfacher Fischer aus Kapharnaum im Heiligen Land, gehörte zum engeren Kreis der Jünger Jesu. Die Evangelien schildern ihn als einsatzbereit und impulsiv, aber auch unbedacht und labil. Unter den zwölf Aposteln nahm er, auch gegenüber Jesus selbst, eine Sonderstellung als Wortführer ein. Nach kirchlicher Überlieferung starb er während der Christenverfolgung durch Kaiser Nero in Rom den Märtyrertod.

Was haben die Macht und der Glanz des römischen Papsttums mit dem Leben des einfachen jüdischen Fischers Simon Petrus zu tun? Wird der Thron der Päpste zu Recht als "Stuhl Petri" bezeichnet? Welche historischen und archäologischen Erkenntnisse gibt es über das Wirken des Apostels in Rom? Wie haben die Päpste im Verlauf ihrer wechselvollen Geschichte dieses Erbe interpretiert? Wie kann ihr "Petrusdienst" in Zukunft aussehen, wenn das Ziel Ökumene heißt? In einer aufwendigen Dokumentation geht Pjotr Dziubak diesen Fragen nach und lässt die biblischen Zeugnisse in Spielszenen lebendig werden.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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