Letzter Teil des "Universum"-Dreiteilers "Mythos Amazonas"

"Dschungel in Gefahr" am 12. März um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - "Dschungel in Gefahr": Der Kampf um die Rettung des Regenwaldes steht am Dienstag, dem 12. März 2013, um 20.15 Uhr in ORF 2 im Mittelpunkt des dritten und letzten Teils des "Universum"-Dreiteilers "Mythos Amazonas" von Christian Baumeister.

Die Gier nach wetterbeständigen Tropenhölzern, Ölvorkommen oder Gold gefährdet den Regenwald heute mehr als je zuvor. Riesige Flächen werden Tag für Tag gerodet und abgebrannt. Aber nur zwei Prozent der gerodeten Bäume werden überhaupt weiterverarbeitet und genutzt. Die gerodeten Flächen dienen meist als Weide für die Rinderzucht - doch der Boden ist so gut wie unfruchtbar, und es wächst kaum Gras für die Tiere. Die Haltung ist weder gewinnbringend noch nachhaltig. Auf der Suche nach Gold bewegen Arbeiter tonnenweise Schlamm und Kies aus den Flussbetten. Quecksilber soll das Edelmetall aus dem Erdreich lösen. Es vergiftet die Arbeiter und die Flüsse. Inzwischen ist es zu einer ernsthaften Gefahr für die Unterwasserwelt Amazoniens geworden, in der die Amazonas-Seekuh sowie Tausende Fischarten heimisch sind.

Doch es gibt auch Hoffnung: Seit 2005 bekämpft die brasilianische Regierung den Holzeinschlag auf breiter Front - mit Helikoptern suchen Ranger nach illegalen Sägewerken. Biologen erforschen die Tierwelt, denn nur wenn sie nähere Details über das Leben von Aras, Jaguaren und Harpyien kennen, können sie sinnvoll ihren Schutz vorantreiben. Aras und Jaguare beispielsweise nutzen riesige Areale des Regenwalds. Stellt man diese unter Schutz, kommt das auch den unzähligen anderen Arten zugute, die diesen Lebensraum teilen. Am Boden herrscht der Jaguar, die größte Raubkatze Südamerikas. Es gibt nur wenige größere Säugetiere im Regenwald und um genug Beute zu finden, braucht ein Jaguar ein großes Territorium. Bisher lebten die scheuen Großkatzen eher im Verborgenen - doch nun beginnen Forscher/innen sie mit Senderhalsbändern auszustatten. Die bisher gesammelten Daten zeigen, welche Gebiete die Tiere bevorzugen und wie groß ihre Raumansprüche an den intakten Wald sind. In den Kronen der Urwaldriesen leben die Könige der Lüfte: Harpyien, die größten Adler Amazoniens. Sie leiden ganz besonders unter der Vernichtung des Regenwalds. Die Elternvögel ziehen ihre Jungen in Horsten in 30 Meter Höhe auf. Christian Baumeister beobachtete ein Adlerpaar, das seinen Brutbaum offensichtlich bereits zweimal wechseln musste. Während das Filmteam auf einer Plattform kauert, um die Jungen im Horst zu filmen, heulen wenige Meter weiter schon die Kettensägen.

Die Urwaldriesen sind von Wildtier und Mensch gleichermaßen begehrt. Doch Mensch und Regenwald müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen. Das beweisen immer mehr Projekte zur nachhaltigen Nutzung, wie im Fall der Paranuss. In Brasilien, Peru und Bolivien stellt ihr Export einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Doch der Baum gedeiht nicht in Plantagen, sondern nur im intakten Wald, da er bei seiner Verbreitung auf die Hilfe der Regenwaldtiere angewiesen ist. Auch der Pirarucú, der größte Süßwasserfisch der Erde, wird von den einheimischen Fischern weiter gefangen - allerdings nach strengen Fangquoten, die sie selbst kontrollieren. Naturschutz mit und nicht gegen den Menschen ist wohl die einzig realistische Perspektive für die Zukunft des Regenwaldes. Nur so werden auch die letzten Naturvölker am Amazonas, ihre Traditionen und ihr Wissen erhalten bleiben.

Im letzten Teil der Serie werden Naturschönheit und Zerstörung gegenübergestellt. Christian Baumeister selbst berichtet von seinen Erfahrungen und seiner ganz persönlichen Sichtweise, von Ehrfurcht und Respekt vor dem hochkomplexen lebenden Netzwerk aus unzähligen Organismen und seiner Hoffnung, dass der letzte große Regenwald der Erde noch gerettet werden kann.

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