Walser zu Philharmonikern: Schlimmste Befürchtungen bestätigt!

Grüne fordern erneut unabhängige Historikerkommission

Wien (OTS) - "Die Enthüllungen über das Agieren der Verantwortlichen bei den Wiener Philharmonikern bestätigen die schlimmsten Befürchtungen", zeigt sich der Grüne Abgeordnete Harald Walser schockiert über die Sonntagabend bestätigte Befürchtung, dass es sich beim Überbringer des Ehrenring-Duplikates im Jahr 1966 mit Helmut Wobisch um den damaligen Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker gehandelt hat. "Somit ist klar, dass die Überreichung keine Einzelaktion, sondern eine bewusste Inszenierung des damaligen Orchester-Vorstands war."

Erfreut zeigt sich Walser, dass der Wissenschaftsmanager Oliver Rathkolb nun von seiner noch im Dezember geäußerten Meinung abgerückt ist, dass "aus wissenschaftlicher Sicht das NS-Kapitel der Wiener Philharmoniker längst abgeschlossen" sei.

Walser verweist auf die vielen Forschungslücken. So fehlen nach wie vor einzelbiographische Studien zu den NS-Opfern der Philharmoniker oder den Gastdirigenten seit 1933: "Außerdem wissen wir kaum etwas über viele Lebensläufe von Philharmonikern zwischen 1938 und 1945, ihre jeweilige Situation während des Nationalsozialismus sowie danach. Vor allem aber gibt es bislang keine fundierte Studie zu den Provenienzen von Instrumenten, Noten etc." Bestürzt zeigt sich der Grüne Abgeordnete über die vom Schweizer Historiker Fritz Trümpi am Samstag auf Ö1 geäußerte Vermutung, dass es im Zusammenhang mit den Philharmonikern in den Archiven von Staatsoper Ungereimtheiten gebe und plötzlich "neue Dokumente aus der NS-Zeit" aufgetaucht seien. Die Provenienz dieser Dokumente ist laut Trümpi "nicht geklärt".
"Da gibt es großen Aufklärungsbedarf. Alles in allem ist daher klar, dass sich die Notwenigkeit der umfassenden Aufarbeitung der Orchestergeschichte durch eine unabhängige Historikerkommission erneut bestätigt hat", so Walser abschließend.

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