Baubranche: Alle jammern - keiner tut etwas

GBH: Die Bauarbeitslosigkeit ist noch immer auf Rekordniveau, das muss nicht sein

Wien (OTS/ÖGB) - Die Arbeitslosigkeit in den Bau-Holz-Branchen ist mit 78.391 um 4.076 Betroffene im März höher als im Vergleichsmonat aus dem Vorjahr. Somit ist die Bauarbeitslosigkeit weiterhin auf Rekordniveau. Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) hat Lösungen dagegen.++++

Die Fakten auf den Punkt gebracht: Scheinfirmen der "Bau-Mafia" aus den neuen EU-Ländern "angeln" mit Dumpingpreisen nach Aufträgen in Österreich. Fertige Bauaufträge der öffentlichen Hand liegen auf dem Tisch und werden nicht vergeben. Aufgrund der angespannten Situation bei zu wenig Bauaufträgen boykottieren sich österreichische Bauunternehmen gegenseitig mittels Einsprüchen bei öffentlichen Vergaben.

GBH-Chef Josef Muchitsch: "Im Zusammenhang mit den Scheinfirmen gibt es von uns als Baugewerkschaft klare Vorschläge, um diese in den Griff zu bekommen. Dazu ist es aber notwendig, dass sich die Wirtschaftskammer dieser Problematik mit effizienten Lösungen annimmt, anstatt weiterhin nur zu sudern!"

Die angesprochen Lösungsvorschläge der Baugewerkschaft sind: Ein erschwerter Zugang zu Gewerbeberechtigungen. Neue Firmengründungen müssen auf ihre Seriosität geprüft werden, und eine Generalunternehmer-Haftung ist unumgänglich. Bei öffentlichen Ausschreibungen müssen alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um nur seriöse Firmen zuzulassen. Zum Beispiel: Firmen mit Sitz und Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Österreich. Im Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz (LSDB-G) muss verankert werden, dass auch Zulagen und nicht nur der KV-Lohn Gegenstand bei Prüfungen werden. Bei Bauprojekten mit Förderzusagen und nachweislichem Lohn-und Sozialdumping sind diese zu streichen.

Bereits im Jänner appellierte die Gewerkschaft Bau-Holz an die Auftraggeber, die fertigen Bauprojekte ehestmöglich zu starten. Dieser Appel wurde teilweise aufgegriffen. Nun stehen die Auftraggeber vor dem Problem, dass sich die österreichischen Baufirmen gegenseitig mit Einsprüchen behindern. Muchitsch: "Damit werden Baubeginne verzögert und die Bauzeiten zu Lasten unseren Bauarbeiter verkürzt - das muss nicht sein! Mit Tiefstpreisen werden der Wettbewerb schärfer und die Ellbogentechniken der Baufirmen immer brutaler. Unsere Bauarbeiter wollen arbeiten und nicht zu Hause sitzen. Wir als Baugewerkschaft sehen uns in unserer Meinung bestätigt, dass die Winterarbeitslosigkeit in Österreich teilweise hausgemacht ist und zu verhindern wäre."

Abschließend fordert die Gewerkschaft Bau-Holz die österreichischen Baufirmen auf, die nicht gerechtfertigten Einsprüche zurückzuziehen und erwartet gleichzeitig von den öffentlichen Vergabestellen mehr Mut und rasches Handeln bei den Vergaben. Muchitsch: "Die rechtlichen Möglichkeiten im Bundesvergabegesetz mittels Bestbieterprinzip und die Vorlagepflicht von Bankgarantien sowie Unbedenklichkeitsbescheinigungen seitens der Sozialversicherung und des Kreditschutzverbandes sind dabei wirksame Rezepte."

Rückfragen & Kontakt:

GBH-Presse, Thomas TRABI, M.A., 0664/614 55 17, presse@gbh.at, www.bau-holz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001