Bildgebung und Strahlentherapie: Eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Wien (OTS) - 10. März 2013
In den westlichen Ländern ist Krebs die Todesursache Nummer eins, gefolgt von kardiovaskulären Erkrankungen. Die medizinische Bildgebung und die Strahlentherapie arbeiten eng zusammen im Kampf gegen den Krebs, eine Kooperation, die auch auf institutioneller Ebene immer mehr ersichtlich wird, so Professor Regina Beets-Tan von der Maastricht Universität aus den Niederlanden.

Stark verbesserte Behandlungsmöglichkeiten in Onkologie durch Fortschritte der Radiologie

"Seit Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 die Röntgenstrahlen und Marie Curie 1898 das Radium entdeckt hat, verwendeten RadiologInnen Strahlung, um Krebs zu diagnostizieren und zu behandeln. Mit der Einführung der Megavolt Strahlentherapie wurden die Behandlungen zunehmend komplexer und erforderten eine eigene spezifische Ausbildung, was schlussendlich auch zu einer eigenständigen, getrennten Entwicklung der beiden Disziplinen führte", erklärte Prof. Beets-Tan bei der ECR Eröffnungs-Pressekonferenz.
Bedingt durch spektakuläre Fortschritte in den letzten 40 Jahren, sowohl in der Radiologie als auch der Technologie, hat sich die Krebs-Bildgebung stark verbessert und parallel dazu auch die Behandlungsmöglichkeiten in der Radioonkologie.

Neue Methoden der Bildgebung ermöglichen personalisierte Behandlungskonzepte

"Vor dreißig Jahren waren die zu behandelnden Körperareale in der Radiotherapie noch standardisiert und es wurden sehr große Zielareale bestrahlt. Durch diese Vorgehensweise bestand ein hohes Risiko, auch umliegendes gesundes Gewebe zu schädigen. Durch die Methoden der modernen Bildgebung - gewährleistet durch CT, MRT, PET-CT und bald auch PET-MRT - können wir heute auf personalisierte Konzepte setzten, die den therapeutischen Nutzen maximieren und gleichzeitig Kosten reduzieren", so Prof. Beets-Tan.
Durch den technischen Fortschritt und eine Vielzahl neuer Behandlungsmethoden hat die Zusammenarbeit zwischen den beiden Disziplinen heute einen sehr hohen Effizienzgrad in der Krebsbehandlung erreicht. In der Radiologie steht mittlerweile die funktionale Bildgebung zur Verfügung, welche auch über Stoffwechselprozesse von Tumoren Auskunft gibt, und Strahlentherapeuten können die Intensität ihrer Behandlungen mittels neuester Technik klar regulieren (intensity-modulated radiation treatment - IMRT). Mit dem sogenannten dose painting kann hoch dosierte Strahlung heute zielgerichtet eingesetzt werden, ohne das umliegende Gewebe zu beeinträchtigen.

Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Institutionen fördert Synergieeffekte

Ein großer Mehrwert für die PatientInnen entsteht auch durch die starke Zusammenarbeit auf der institutionalisierten und politischen Ebene, glaubt Prof. Beets-Tan. "Die European Society of Radiology (ESR) und die European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) haben diese Synergieeffekte erkannt und setzten nun auf eine fächerübergreifende Weiterbildung."
Bei einer am Freitag speziell dem Thema gewidmete Special Focus Session werden Vertreter beider Fachrichtungen die neuesten Möglichkeiten der Strahlentherapie und der radiologisch gestützten Behandlung präsentieren. Darüber hinaus veranstaltet die European School of Radiology (ESOR), in Kooperation mit der ESTRO, jährlich Fortbildungskurse im Sinne eines multidisziplinären Zugangs zur Krebsbildgebung, welche sich an beide Fachrichtungen richten. "Nachdem Diagnose und Therapie lange getrennt waren, ist es nun an der Zeit diese beiden Disziplinen wieder zusammenzuführen. Zwei ursprünglich technologie-orientierte Fachrichtungen haben sich zu zwei klar patienten-orientierten Feldern entwickelt und durch enge Zusammenarbeit und Nutzung der Synergien können Sie nun federführend im Kampf gegen den Krebs sein", so Prof. Beets-Tan abschließend.

Seit 07. März tagen in Wien über 20.000 Radiologen

Beim 25. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) vom 07. bis 11. März 2013 im Austria Center in Wien werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.
Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radi-ology/ESR), welche weltweit über 56.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit; zusätzlich bietet er die größte Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen die neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.

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