Neues Volksblatt: "Die Ausländer" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. März 2013

Linz (OTS) - Die Kärntner Freunde von der FPK an die Brust nehmen, in Niederösterreich mit der Rosenkranz-Garde abfahren: So zackig, wie sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Aufräumarbeiten nach dem verlustreichen Wahlsonntag vorgestellt hatte, läuft es nicht. Was umgekehrt bedeutet: So ein Schwergewicht als Bundesparteichef ist Strache auch wieder nicht, wenn selbst in den Stunden der Niederlage bei den Landesparteien noch die Kraft da ist, den Wünschen des Chefs zu trotzen.
Für einen, der sich bereits zum Kanzlerkandidaten hochstilisiert hat, ist das imagemäßig doch ein ziemlicher Knacks. Statt auf Augenhöhe mit Werner Faymann um die Vorherrschaft zu rittern, muss sich Strache plötzlich mit Frank Stronach um Platz 3 duellieren - zumindest in der gewohnt zugespitzten Darstellung des Boulevards.
Dass Strache plötzlich eine Liga tiefer mitspielt, führte ihm das BZÖ vor Augen. "In der FPÖ geht es nur mehr um Geld, Macht und Posten", spottete Josef Bucher, und - zu Gerüchten, Dörfler oder Dobernig könnten zu seiner Partei wechseln: "Im BZÖ haben nur Leute mit Anstand und Charakter Platz."
Wo die FPÖ den Ausweg aus dem Dilemma der negativen Schlagzeilen sieht, hat Strache schon angedeutet und sicherheitshalber vor einer "massiven Einwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen" gewarnt. Motto:
Haut's daheim nicht hin, hauen wir die Ausländer.

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