Wirtschaft für Integration am Internationalen Weltfrauentag: "Gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit"

Disoski: "Migrantinnen arbeiten oft weit unter ihrem Qualifikationsniveau"

Wien (OTS) - - "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, eine raschere
und unbürokratischere Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen und die Weiterentwicklung von Beschäftigungsmodellen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer unterstützen", fordert Meri Disoski, Geschäftsführerin des Vereins Wirtschaft für Integration, anlässlich des Internationalen Weltfrauentages.

"Doppelte Diskriminierung als Frau und als Migrantin"

Laut Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSSNÖ) haben 816.000 der in Österreich lebenden Frauen Migrationshintergrund, das entspricht einem Anteil von knapp 20 Prozent der weiblichen Gesamtbevölkerung. "Für Migrantinnen ist die Arbeitsmarktsituation besonders schwierig, denn sie werden als Frauen und als Bürgerinnen mit Migrationsgeschichte doppelt diskriminiert.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Migrantinnen sind in Österreich dreieinhalbmal öfter von Arbeitslosigkeit betroffen, als österreichische Frauen, auch arbeiten sie häufiger als Teilzeitangestellte", führt Disoski aus und ergänzt: "Ein den Qualifikationen angemessenes und gerecht entlohntes Beschäftigungsverhältnis sichert die finanzielle Unabhängigkeit und eröffnet Wahlmöglichkeiten in der individuellen Lebensgestaltung. Nachhaltige Lösungen für die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt müssen daher mit Bezug auf die Frage von sozialer Gerechtigkeit diskutiert werden. Eine Versachlichung der Diskussion ist geboten, die tatsächliche Probleme wie Kinderbetreuung und Nostrifizierung in den Vordergrund stellt."

Anonymisierte Bewerbungen fördern Chancengleichheit

In diesem Zusammenhang verweist Disoski auf das von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek im September 2012 gestartete Pilotprojekt der "Anonymisierten Bewerbungen", das der Verein Wirtschaft für Integration unterstützt. "Deutsche Studien haben gezeigt, dass anonymisierte Bewerbungen zu mehr Chancengleichheit verhelfen können, vor allem zwei ganz klar benachteiligten Gruppen, nämlich Frauen und Personen mit Migrationshintergrund. Anonymisierte Bewerbungen ohne die Angabe von Name, Geschlecht oder Nationalität erhöhen die Jobchancen von BewerberInnen mit Migrationshintergrund, insbesondere von Frauen", ist Disoski überzeugt. Mit der REWE Group und NOVOMATIC AG nehmen gleich zwei VWFI-Vorstandsunternehmen an dem Pilotprojekt teil.

Migrantinnen arbeiten häufiger unter ihrem Qualifikationsniveau

Für Frauen mit Migrationshintergrund ist aber nicht nur der Zugang zum Arbeitsmarkt mit Barrieren verbunden, sie sind auch häufiger unter ihrem Qualifikationsniveau beschäftigt: "Damit gehen nicht nur für die Wirtschaft viele Ressourcen verloren, es kommt auch zu einer ideellen Entwertung der mitgebrachten Qualifikationen. Den Frauen bleibt ein wesentliches Stück gesellschaftlicher Teilhabe und Anerkennung verwehrt", führt Disoski aus. Ein wichtiger Faktor zur Verbesserung dieser Situation sei "die beschleunigte und erleichterte Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen", ist die VWFI-Geschäftsführerin überzeugt.

Daneben sieht sie die Unternehmen selbst sowie andere Einrichtungen dazu aufgefordert, "Modelle zu entwickeln, die einen umfassenderen Blick auf die Qualifikationen und Kompetenzen ermöglichen. So sollte bereits bei Bewerbungsverfahren das gesamte Kompetenzportfolio erhoben und eine ausbildungsadäquate Beschäftigung und Entlohnung der Bewerberin angestrebt werden", so Disoski.

Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist Gründungs- und Hauptsponsor des Vereins Wirtschaft für Integration.

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Mag.a Meri Disoski
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Mobil: + 43 (0) 676 44 57 653
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