"Kulturmontag" am 11. März im Zeichen von 75 Jahre "Anschluss"

Brandneue ORF-Dokumentation über Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus, "Vielleicht in einem anderen Leben" im "art.film" u. v. m.

Wien (OTS) - Am 12. März 2013 jährt sich zum 75. Mal der Einmarsch deutscher Truppen in Österreich, der sogenannte "Anschluss". Clarissa Stadler lädt am 11. März, ab 22.30 Uhr in ORF 2, zu einem "Kulturmontag" ganz im Zeichen dieses folgenschweren historischen Ereignisses, dem der ORF einen umfassenden Programmschwerpunkt in TV, Radio und Internet widmet.

Die Sendung beleuchtet u. a. wie sich Österreich 75 Jahre danach mit dem Thema beschäftigt, präsentiert (um 22.50 Uhr) Robert Neumüllers Dokumentation "Schatten der Vergangenheit - Die Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus", die auf den neuesten Erkenntnissen einer Historikergruppe basiert, und begrüßt den Journalisten Thomas Trenkler zum Gespräch im Studio, der soeben einen Interviewband anlässlich des Gedenkens an das Jahr 1938 veröffentlicht hat. Auch der anschließende "art.film" (23.45 Uhr) bringt mit Elisabeth Scharangs NS-Drama "Vielleicht in einem anderen Leben" mit Ursula Strauss und Johannes Krisch einen themenaffinen Beitrag. Der "Kulturmontag" befasst sich am 11. März aber auch mit anderen Themen:
So wird über die neue Ausstellung "Maximilian von Mexiko" im Hofmobiliendepot ebenso berichtet wie über zwei besondere Produktionen bei der demnächst startenden Diagonale in Graz.

Alptraum: Der sogenannte "Anschluss" - Vor 75 Jahren wurde Österreich zur Ostmark

Am 12. März 1938 holte Hitler Österreich "heim ins Reich" - unter dem Jubel allzu vieler seiner Landsleute. Viel zu lange sah sich Österreich gerne als erstes Opfer des Hitler-Faschismus und verleugnete seine willfährige Rolle und Mittäterschaft bei allen Verbrechen der Nazis. Der "Kulturmontag" fragt nach: Was machen Künstler/innen, Schriftsteller/innen und öffentliche Einrichtungen zum 75.Jahrestag des Alptraums? Wie verhielten sich Künstler/innen und Intellektuelle nach der Machtübernahme der Nazis? Wie erlebten jüdische Mitbürger/innen jene Tage? 75 Jahre danach, wo kaum noch Zeitzeugen - Opfer wie Täter - am Leben sind, öffnen große Institutionen endlich ihre Archive: Die Wiener Philharmoniker oder die Österreichische Akademie der Wissenschaften lassen endlich von sich aus ihre braune Vergangenheit erforschen. Die Gedächtnisinstitution Österreichische Nationalbibliothek öffnet ihre Archive für die Ausstellung "Nacht über Österreich. Der Anschluss 1938 - Flucht und Vertreibung". Neben der brandneuen Dokumentation "Schatten der Vergangenheit: Die Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus", die im Rahmen des "Kulturmontags" ihre TV-Premiere feiert, ist der Journalist und Restitutions-Spezialist Thomas Trenkler live zu Gast im Studio.

Traum-Reich: Kaiser Maximilian von Mexiko im Hofmobiliendepot - Der glücklose kleine Bruder von Kaiser Franz Joseph

Der "Kulturmontag" zeigt anlässlich der Ausstellung "Maximilian von Mexiko: Der Traum vom Herrschen" im Wiener Hofmobiliendepot ein Porträt des kreativen, kunstsinnigen, wankelmütigen Träumers im Schatten seines Bruders Kaiser Franz Joseph. Maximilian war charmant und beliebt, dichtete und malte, hasste Exerzieren und liebte Reisen. Besonders die Seefahrt hatte es ihm angetan, sein großer Bruder, eifersüchtig auf Maximilians Beliebtheit in Wien, macht ihn zum Oberbefehlshaber der k.k.-Kriegsmarine, später sogar zum Generalgouverneur von Lombardo-Venetien und schickt ihn nach Triest. Maximilian reformiert so nebenbei die Marine und plant sein eigenes Schloss Miramar. Da tritt der französische Kaiser Napoleon III. auf den Plan - er nimmt den Österreichern in der Schlacht von Solferino die Lombardei ab und wenig später will er Maximilian zum Kaiser von Mexiko machen. Der träumt davon, endlich seine Vorstellung von einem modernen, liberalen Kaisertum verwirklichen zu können - und scheitert an der Realität: mit knapp 35 Jahren wird er standrechtlich erschossen.

Land-Geschichten: Zweimal Österreichische Provinz - Wolfgang Murnberger und Daniel Hoesl bei der Diagonale

Er ist im Jubel um die Oscar-Gewinner Michael Haneke und Christoph Waltz und Festival-Enfant-Terrible Ulrich Seidl fast untergegangen:
der junge österreichische Regisseur Daniel Hoesl. Sein Film "Soldate Jeanette" war bereits beim Sun Dance Festival vielbeachtet, beim Filmfestival in Rotterdam gewann er einen Tiger Award. Und das mit einer ziemlich schrägen Punk-Parabel über zwei Frauen, die zunächst im Waldviertel nicht ihr Glück finden und es dann in der Stadt neu versuchen. Regisseur Wolfgang Murnberger hat sich die Obersteiermark, die Gegend um den Erzberg für seinen Krimi "Steirerblut" ausgesucht. Die Aufklärung eines rätselhaften Mordes gerät zu einer Expedition in die sturen Eigenheiten des wilden steirischen Bergvolks. Der "Kulturmontag" berichtet über zwei der herausragenden Produktionen beim Filmfestival Diagonale in Graz.

Der "Kulturmontag" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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