"Bienen in Gefahr" - Kadenbach: Bienenschutz geht uns alle an

Hochrangig besetztes Podium diskutierte die Folgen des Bienensterbens in Europa

Wien (OTS/SK) - Am Donnerstagabend hat SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach zur Veranstaltung "Bienen in Gefahr" ins Wiener Votivkino geladen. Gemeinsam mit der niederösterreichischen SPÖ-Nationalratsabgeordneten Gabriele Binder-Maier und dem Zoologen Ao. Univ.-Prof. Walter Hödl von der Universität Wien und Vizepräsident des Naturschutzbundes diskutierte die Europaparlamentarierin notwendige Maßnahmen gegen das Bienensterben auf nationaler und europäischer Ebene. "Wenn wir die Biene jetzt nicht retten, werden alle anderen politischen Fragen obsolet", betonte Kadenbach, die weiter ausführte, dass bei manchen noch nicht ins Bewusstsein gedrungen sei, dass es sich beim Bienenschutz nicht um ein Randthema handle, sondern es darum gehe, eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen zu erhalten. Zahlreiche Pflanzenarten würden verschwinden, wenn das Bienensterben in diesem Ausmaß voranschreite. ****

Einigkeit herrschte am Podium darüber, dass man dringend ein Verbot der sogenannten Neonicotinoide brauche, jene Pestizide, die vor allem beim Maisanbau verwendet werden. "Obwohl zahlreiche Studien vorliegen - selbst von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit -hat man sich bisher nicht dazu durchringen können, auf europäischer Ebene ein Verbot auszusprechen. Die Entscheidung wurde auf den Rat am 14. und 15. März vertagt", erläuterte die Europaabgeordnete den zahlreich erschienenen und interessierten Besuchern. Der Grund, dass man hier zögere, liege wohl am massiven Lobbying der Chemieindustrie, aber auch des Agrarsektors. Auch in Österreich werde entgegen aller vorliegenden Fakten die Gefahr der Pestizide ignoriert, obwohl eine groß angelegte Studie zur Bienengesundheit (Melissa-Studie) ergeben hat, dass rund 50 Prozent der Bienenvölker eine Schädigung durch Neonicotinoide aufweisen.

"Die Studie wird von Seiten des Landwirtschaftsministeriums bewusst falsch interpretiert und es wird behauptet, dass nur 0,38 Prozent der Bienenvölker Schäden aufweisen. Diese Zahl ergibt sich daraus, dass man von den gezogenen Proben nicht auf die Gesamtzahl der Völker hochrechnet", betonte Kadenbach. Sie plädierte auch dafür, nicht nur auf ein Verbot von Pestiziden zu setzen, sondern in der Landwirtschaftspolitik generell ein höheres Augenmerk auf den Artenschutz zu legen. "Wir verhandeln derzeit die Gemeinsame Agrarpolitik und die Sozialdemokraten fordern, sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche nicht intensiv zu bewirtschaften. Derzeit sieht es jedoch so aus, dass wahrscheinlich nur drei Prozent vorgeschrieben werden. Dieser Wert ist eindeutig zu niedrig."

Gabriele Binder-Maier versicherte, dass sich die Sozialdemokraten auch im Nationalrat für einen besseren Bienenschutz einsetzen und weiterhin alle Anträge unterstützen werden, die beispielsweise zu einem Verbot der beanstandeten Pestizide führen. Die SPÖ-Mandatarin sprach sich auch dafür aus, die Imkerei wieder aufzuwerten, derzeit werde etwa in Landwirtschaftsschulen die Imkerei immer weniger gelehrt. Der Zoologe Walter Hödl führte aus, dass man sich in der Diskussion sehr auf die Honigbiene fokussiere, es in Österreich aber 680 verschiedene Bienenarten gebe. "Die Wildbiene ist ein ebenso wichtiges Bestäubungsinsekt wie die Honigbiene. Um ihren Fortbestand zu sichern, müssen wir Monokulturen zurückdrängen und darauf achten, dass eine Blütenvielfalt vorhanden ist, denn manche Bienenarten sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen. Finden sie diese Pflanzen nicht mehr, sterben sie aus", sagte Hödl.

Nach einer angeregten Diskussion mit dem Publikum wurde der beeindruckende Film "More than Honey" des Filmemachers Markus Imhoof gezeigt, der spektakuläre Einblicke in die Welt der Bienen gibt. (Schluss) bj

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