Auer: Gesunde Umwelt und vitale Bergbauern brauchen weiter 50:50 Kofinanzierung

Erfolgsformel Ländliche Entwicklung fortführen - Sozialistische Stolpersteine unnotwendig

Wien (OTS) - Brüssel hat auf die starken Argumente Österreichs für die zweite Säule, die Ländliche Entwicklung (LE), aus der Umwelt- und Bergbauernprogramme finanziert werden, positiv reagiert und das Finanzierungsvolumen für die Periode 2014 bis 2020 kaum gekürzt. "Jetzt ist es umso wichtiger, dass die Zusagen der Bundesregierung zur nationalen Kofinanzierung eingehalten werden, um dieses Programm erfolgreich fortzusetzen. Österreich gilt als Umweltmusterland. Unsere Bergbauernregion mit der Almwirtschaft ist in Europa einzigartig", sagte Bauernbund-Präsident Jakob Auer im Hinblick auf die Mittelverteilung und Kofinanzierung der LE. In den kommenden Monaten wird in Wien nämlich festgelegt, welche Programme finanziert werden. Auer begrüßte dazu den von Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich heute, gemeinsam mit Vizekanzler Michael Spindelegger, gestarteten Strategieprozess "Allianz fürs Land", wo in den kommenden Monaten die LE-Programme öffentlich und transparent diskutiert werden.

Österreich ist Vorzugsschüler bei Umweltstandards

Schon bisher werden 72 Prozent der Gelder in Umwelt, Klimaschutz, Biodiversität, Bodenschutz oder etwa die - gesellschaftlich erwünschte - Erhaltung der Kulturlandschaft ausgegeben. "Diese Programme sind gesellschaftlich erwünscht und genießen bei der Bevölkerung höchsten Stellenwert", ist der Bauernbund-Präsident stolz auf die ökologische und nachhaltige Ausrichtung der österreichischen Landwirtschaft. "Ohne entsprechende Finanzierung könnten die Agrarumweltprogramme sicher nicht in der jetzigen Qualität fortgesetzt werden", stellte Auer klar, dass Umweltschutz nicht gratis sein kann. "Höhere Umweltstandards kosten Geld und mindern häufig den Ertrag. Umweltmaßnahmen bringen in der Regel also einen Wettbewerbsnachteil mit sich, den der Landwirt vom Markt nicht abgegolten bekommt", erklärte Auer.
"Wirtschaftsforscher bestätigen hingegen die hohe Rentabilität, weil jeder Euro 1:1 von der Landwirtschaft investiert wird. Die LE-Mittel laufen wie ein hochtouriger Investitionsmotor", erklärt Auer, dass Kaufkraft und Wohlstand am Land durch die kofinanzierten EU-Mittel gepusht werden. "Ein Tourismus ohne gepflegte Landschaften und gesunde Umwelt wäre in Österreich undenkbar", verweist Auer auf nachgelagerte, aber umso relevantere, Effekte für die Gesamtwirtschaft. Etwa 10 Prozent der Mittel fließen sogar direkt in Wirtschaftsförderung, Infrastruktur, Tourismus und Dorferneuerung, die nicht-agrarischen Betrieben zugute kommen. "Hier fahren Energiedienstleister, Firmen und Gemeinden bequem im Rucksack der Bauern mit", kritisierte Auer das Bild, das durch solche Verschränkungen in der Öffentlichkeit entsteht.

Sozialistische Stolpersteine für Landwirte unerwünscht

"Sozialistische Querschläge, die trotz fraktionsübergreifend geschlossener Kompromisse, im EU-Parlament das LE-Paket und die Greening-Regelungen wieder aufschnüren wollen, sind absolut entbehrlich", so Auer. "Wieso fällt es einigen Sozialdemokraten so schwer, nachzuvollziehen, dass die österreichische Form der Landwirtschaft, die zu 95 % aus kleinen und mittleren Familienbetrieben besteht, das wichtigste Bollwerk gegen eine globale, überdimensionierte Agrarindustrie ist", reagierte Auer auf sozialistische Abänderungsanträge, die im EU-Parlament eingebracht wurden. "Offenbar verlässt einige Sozialdemokraten jetzt der Mut zu ursprünglich richtigen Entscheidungen zu stehen", findet der Bauernbund-Präsident keine andere Erklärung.

Kein Abrücken von bestehendem Kofinanzierungssatz 50:50

Abschließend bekräftigte Auer die Forderung des Bauernbundes, dass die Kofinanzierung nach dem bisherigen Schlüssel (50:50) erfolgt, "wonach jeder Brüssel-Euro in Österreich aufgestockt wird. Dank dieser Erfolgsformel können wir in Österreich, anders als in Italien oder Frankreich, eine flächendeckende Landwirtschaft und Leben am Land auch in der Peripherie aufrecht erhalten. Ländliche Entwicklung ist der Pulsschlag für unsere Dörfer", hielt der Bauernbund-Präsident Jakob Auer abschließend fest.
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