Frauentag - Mikl-Leitner: Kinderbetreuungszeiten anrechnen - ein wichtiger Schritt zum Schließen der Einkommensschere

Eine endlose Geschichte - Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern

Wien (OTS) - Eine aktuelle Umfrage bestätigt den vorliegenden Handlungsbedarf: 82 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher finden immer noch, dass Frauen beim Gehalt benachteiligt werden. "Um die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen, brauchen wir zwei zentrale Maßnahmen. Erstens die Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten bei Gehaltsvorrückungen in allen Kollektivverträgen und zweitens die Anerkennung von Elternkarenzen als Vordienstzeiten. In Kollektivverträgen werden Zeiten des Präsenzdienstes und Zivildienstes als Vordienstzeiten berücksichtigt, ein Karenzurlaub nach Mutterschutzgesetz nicht. Das ist eine Ungerechtigkeit gerade gegenüber Frauen", betont ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner.

"Wir konnten mit konkreten Verbesserungen bei der Anrechnung von Karenzzeiten in zahlreichen Kollektivverträgen von der Metallindustrie über den Handel bis hin zu den wichtigen Gewerbe- und Handwerksbereichen bereits wesentliche Schritte in Richtung mehr Einkommensgerechtigkeit setzen. Es ist jedoch nicht einzusehen, wieso es immer noch Branchen gibt, die Frauen durch Nichtanrechnung benachteiligen", so Mikl-Leitner.

Ein Beispiel: Eine Sekretärin mit einem Verdienst von brutto 2.345 Euro und 14 Dienstjahren geht mit 30 Jahren für zwei Jahre in Karenz. Bis zu ihrem Pensionsantritt mit 60 Jahren verliert sie rund 25.000 Euro brutto an Gehalt und sie hat monatlich rund 50 Euro weniger Pension als Kolleginnen, die nicht in Karenz waren.

"Das Beispiel zeigt, dass durch Nichtanrechnung der Karenzzeiten Frauen oft ihr ganzes Berufsleben nachweisbar gehaltsmäßig schlechter gestellt sind. Dies hat auch Auswirkungen auf die Pensionshöhe. Deswegen treten wir für eine flächendeckende Anrechnung der Karenzzeiten als Vordienstzeiten und eine Berücksichtigung der Kinderbetreuungszeiten bei den Gehaltsvorrückungen ein", so die ÖAAB-Bundesobfrau.

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