Fürntrath-Moretti zum Frauentag: Quote ist das falsche Mittel für das richtige Ziel

Frau in der Wirtschaft: Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen müssen verbessert werden

Wien (OTS/PWK129) - "Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März wird vielfach wieder das Quotenthema diskutiert. Doch den Forderungen, dass nur durch verpflichtende Frauenquoten mehr Frauen in Führungspositionen gebracht werden können, muss ich eine klare Absage erteilen", betont Adelheid Fürntrath-Moretti, Vertreterin von Österreichs Unternehmerinnen und Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Hier begrüßen wir auch die Weisung der deutschen Bundesregierung, den Richtlinienvorschlag der EU Kommissarin Reding abzulehnen" so Fürntrath-Moretti.

Zu wenig flexible Kinderbetreuungseinrichtungen als tatsächliche Karrierebremse

"Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht", moniert Fürntrath-Moretti und stellt klar: "Ja, es ist richtig, mehr Frauen in Top-Positionen zu fordern und wir befürworten das selbstverständlich voll und ganz." Wichtiger als ein Quotenzwang sei jedoch die Unterstützung der Frauen in vielen Lebensphasen. "Frauen sind heute gut ausgebildet und hoch motiviert. Sie ziehen im Beruf aber oft den Kürzeren, weil die entsprechenden Betreuungsmöglichkeiten nicht gegeben sind", kritisiert die Unternehmerinnen-Sprecherin. Flächendeckende Kinderbetreuung sei daher ein Muss - vor allem auch für unter3-Jährige und für Schulkinder an den Nachmittagen.

"Zudem ist es vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels ein klares Ziel der Wirtschaft, dass alle Frauen nach der Kinderbetreuungszeit rasch wieder in den Beruf einsteigen.", so Fürntrath-Moretti. "Das ist aber oft nicht möglich, wenn Kindergärten oder Schulen bereits zu Mittag schließen." Das gilt auch und insbesondere für Unternehmerinnen: "Selbstständige Frauen brauchen passende Rahmenbedingungen, um rasch wieder im Betrieb stehen zu können. Immerhin ist ein Drittel der Betriebe in Frauenhand", unterstreicht Fürntrath-Moretti.

Mehr Frauen in Führungspositionen durch Empowerment und Netzwerk -Führungskräfteprogramm der WKÖ setzt konkret an Selbstverständlich sei es wünschenswert, mehr Frauen in Aufsichtsratspositionen zu bekommen, so Fürntrath-Moretti. Unternehmen sollen jedoch frei entscheiden können, wen sie einstellen - und zwar nach Qualifikation und nicht nach dem Geschlecht. Wesentlich sei es, auch fürs mittlere Management viele Frauen zu gewinnen. Denn nur so könne der Sprung ins Top-Management und letztendlich auch in die Aufsichtsratsebenen gelingen. "An zwei Punkten muss hier angesetzt werden: Einerseits Frauen den Rücken stärken und sie selbstbewusster machen und andererseits den flächendeckenden Ausbau von flexiblen Kinderbetreuungsplätzen endlich vorantreiben", fordert Fürntrath-Moretti. Als Erfolgsgeschichte gilt das von WKÖ, Industriellenvereinigung (IV) und dem Wirtschaftsministerium (BMWFJ) initiierte Führungskräfte-Programm "Zukunft.Frauen", das Frauen optimal auf Top Jobs und Aufsichtsratspositionen vorbereitet. (PM)

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