AKNÖ: Frauen haben sich mehr verdient

Frauenarbeit muss angemessen entlohnt werden

Wien (OTS) - Morgen ist Internationaler Frauentag. Für einen Tag im Jahr stehen Diskriminierungen und Ungleichheiten im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Frauen haben in der Berufswelt zwar viel erreicht, aber echte Chancengleichheit sieht anders aus. Das zeigt ein Blick auf die Einkommen der Frauen in Niederösterreich.

Viel hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Durchaus zum Positiven. Frauen haben bessere Ausbildungen, haben eine höhere Beteiligung am Arbeitsmarkt und schaffen es in verantwortungsvolle Positionen. Dennoch liegt ihr Einkommen unverändert unter dem von Männern. In Zahlen ausgedrückt. 2011 verdienten Männer in Niederösterreich rund 2180 Euro brutto monatlich, Frauen nur 1443. "Trotz besserer Voraussetzung verdienen Frauen um fast ein Drittel weniger ", kritisiert AKNÖ-Präsident Haneder die aktuelle Einkommenssituation.

Sozialberufe angemessen entlohnen

Frauen arbeiten mehrheitlich im sozialen Bereich und sind dabei hochqualifiziert. Kindergartenpädagoginnen oder diplomierte Pflegehelferinnen erfüllen gesellschaftlich wichtige Aufgaben, werden aber schlecht bezahlt. "Gerade diese Berufe sind besonders anspruchsvoll und müssen auch dementsprechend entlohnt werden", fordert Silvia Lechner-Stingl, die Leiterin der Frauenpolitischen Abteilung in der AKNÖ: "Es darf nicht sein, dass Arbeit immer weniger Wert wird, wenn sie mehrheitlich von Frauen geleistet wird. Wenn wir hier eine angemessene Entlohnung erreichen, wäre das eine wichtige Verbesserung."

Teilzeitarbeit ist meist Frauensache

Dass die Arbeit für Frauen nicht nach Dienstschluss endet, ist kein Geheimnis. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nach wie vor Frauensache. Das zeigt ein Blick auf die Teilzeitquote. In Niederösterreich liegt diese für Frauen bei 44,7 Prozent. Dagegen sind nur 6,7 Prozent der Männer teilzeitbeschäftigt. In Bezug auf das Einkommen bringt Teilzeitarbeit einige Nachteile mit sich. "20 Arbeitsstunden bedeuten oft nicht, dass auch die Hälfte des Lohns von 40 Arbeitsstunden ausbezahlt wird, sondern deutlich weniger", erklärt Lechner-Stingl. Damit Frauen nicht länger durch die Doppelbelastung von Beruf und Familie benachteiligt werden, fordert die AKNÖ bessere Rahmenbedingungen. "Wir brauchen flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen, mehr Väter in Karenz und flexible Arbeitszeitmodelle, die den Frauen nutzen. Dann werden längerfristig Einkommensunterschiede der Vergangenheit angehören", so AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

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