GPA-djp-Fetik/Katzian/Marx: "Frauen verdienen mehr!"

Gleichberechtigung und faire Einkommen für Frauen durch konkrete Maßnahmen auf politischer, kollektivvertraglicher und betrieblicher Ebene

Wien (OTS/ÖGB) - Die Einkommensschere ist kein Mythos, das beweist neben zahlreichen anderen Studien auch der jüngste Einkommensbericht des Rechnungshofs: Das mittlere Bruttojahreseinkommen von Frauen liegt im Vergleich zu jenem der Männer nach wie vor bei 60 Prozent. In der Privatwirtschaft verdienen Arbeiterinnen 68 Prozent und weibliche Angestellte nur 66 Prozent des jeweiligen Männereinkommens. Die Ursachen für dieses Auseinanderklaffen der Einkommensschere liegen mit der überwiegenden Beschäftigung von Frauen in Niedriglohnbranchen sowie auf dem Hilfs- und Dienstleistungssektor auf der Hand, so die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Ilse Fetik: "Auch die Teilzeitarbeit steigt: Mehr als eine Million Menschen arbeitet Teilzeit, 80 Prozent davon sind Frauen." ++++

Von Sonntagsreden haben Frauen aber nichts, es seien einmal mehr konkrete Maßnahmen gefordert, so Fetik weiter: "Wo sind die frauenfreundlichen Betriebe? Der aktuelle Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 Top-Unternehmen in Österreich betrage 13,5 Prozent, das ist kein Ruhmesblatt, damit schneiden wir auch im internationalen Vergleich schlecht ab." Die Einführung einer gesetzlichen Quote von 40 Prozent wäre nur einer von vielen Schritten, die es rasch umzusetzen gelte: "Unsere Gesellschaft kann es sich nicht leisten, dass zwar mehr als die Hälfte der Universitätsabsolventen weiblich ist, dass diese gut ausgebildeten und motivierten Frauen vor der Tür stehen gelassen werden, wenn es um die Top-Posten in den Unternehmen geht."

Für die GPA-djp steht das Thema Gleichstellung ganz oben auf der Agenda, betont Vorsitzender Wolfgang Katzian: "Wir bemühen uns ständig, die Gleichstellung bei den Einkommen in den Kollektivverträgen voranzutreiben und sind auch schon einen guten Schritt vorangekommen." In vielen der von der GPA-djp verhandelten rund 170 Kollektivverträge wurde die Anrechnung von Karenzzeiten bereits durchgesetzt, wovon rund 850.000 Beschäftigte profitieren. Der Fokus werde weiterhin auf die konkrete Verbesserung für Frauen gelegt, kündigt Katzian an.

Nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen zu dieser Thematik werden auch in einem aktuellen Buch zusammengefasst, das heute abend unter dem Titel "Wir verdienen mehr! Gleichberechtigung und faire Einkommen für Frauen" präsentiert wird. Barbara Marx, Frauensekretärin der GPA-djp, zeigt gemeinsam mit Barbara Lavaud und Eva Scherz nicht nur Probleme auf, sondern auch Lösungen, die nicht nur in der kollektivvertraglichen, sondern in zwei weiteren Handlungsebenen zu finden seien, wie Marx erklärt. Auf gesetzlicher Ebene seien rasche Nachbesserungen im Gleichbehandlungsgesetz im Bereich der Einkommensberichte erforderlich. "Ein sehr wesentlicher Handlungsbereich zum Schließen der Einkommensschere ist und bleibt jener des Betriebes. Verbesserungen bei der Vordienstzeitenanrechnung, konkrete Maßnahmen zur leichteren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, mehr Frauen in Führungspositionen und viele andere Maßnahmen sind auf dieser Ebene angesiedelt. Wir setzen auch in Zukunft auf die Mitarbeit unserer engagierten Betriebsrätinnen und Betriebsräte, damit irgendwann der Tag kommt, an dem wir die echte Gleichstellung von Frauen nicht mehr fordern müssen", so Fetik, Katzian und Marx.

Details zum Buch "Wir verdienen mehr" unter:
http://www.oegbverlag.at/servlet/ContentServer?pagename=V01/Page/Inde
x&n=V01_999_Suche.a&cid=1360852529267

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