AK Ritt: Preis für Privatisierung zahlen die MieternInnen

Studie im Auftrag der AK untersucht Erfahrungen der MieterInnen im Arsenal 10 Jahre nach der Privatisierung

Wien (OTS) - Erstmals in Österreich untersucht eine Sozialstudie des Stadt- und regionalwissenschaftlichen Zentrums die Langzeit-Folgen einer großen Wohnungsprivatisierung in Österreich. Im Jahr 2003 wurde im Zuge der Buwog-Privatisierungen auch ein Wohnungspaket der Bundesimmobiliengesellschaft, insgesamt 3.900 Wohnungen, privatisiert, darunter auch etwa 800 Wohnungen im Arsenal. Davon sind derzeit etwa 700 bewohnt. "Die Studie zeigt jetzt, dass die AK damals zu Recht Verschlechterungen für die Mieter und Mieterinnen befürchtet hat", sagt der Leiter der Abteilung Kommunalpolitik, Thomas Ritt. "Den Preis für die Privatisierung zahlen die AltmieterInnen und NeumieterInnen: Die AltmieterInnen mit Verschlechterungen beim Wohnumfeld und damit ihrer Lebensqualität. Und wer nach der Privatisierung neu in eine Arsenal-Wohnung zieht, zahlt deutlich höhere Mieten." Während das Mietniveau im Arsenal zwischen kurz vor der Privatisierung im Schitt bei 8,53 Euro pro Quadratmeter Gesamtmiete lag, wurden etwa im Herbst 2012 Wohnungen für 13,71 Euro pro Quadratmeter angeboten. Mittelfristig treibt das das Mietzinsniveau insgesamt in Wien hoch.

In fast allen Punkten, die die Miet- und Wohnqualität betreffen, beklagen dieMiete-rInnen laut Studie deutliche Verschlechterungen: Ob bei der Pflege der Außenanlage, der Nutzung der Dachböden, der Sanierung der Fassaden, ob bei den Kontakten zur Hausverwaltung, bei der Hilfe in Notfällen oder beim Zustand der Spielplätze.

Die AK fordert deshalb:
+ Wohnungsprivatisierungen verschlechtern auch bei bleibenden Mietverträgen die Wohnbedingungen für die Mieter und Mieterinnen und führen mittelfristig zu einem deutlich höheren Mietniveau. Keine weiteren Wohnungsprivatisierungen.

+ Mit der Wohnungsprivatisierung der Bundeswohnungen hat der Bund in den Mietwohnungsmarkt der Länder und Kommunen eingegriffen. Deshalb sollte zu-mindest ein Teil der Erlöse auch wieder in den Wohnbau fließen. In ganz Österreich fehlen jährlich 6.500 geförderte Wohnungen: Der Bund hatte Einnahmen aus dem Verkaufserlös der Bundeswohnungen. Er sollte jetzt etwa 350 Millionen Euro als Fördersumme für diese 6.500 Wohnungen aufbringen.

+ Mieter und Mieterinnen müssen durch wirksame Mietobergrenzen vor weiteren Mietsteigerungen geschützt werden.

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