AK: Ausufernde Managergehälter deckeln

EU-Beschränkung der Banken-Boni Schritt in die richtige Richtung

Wien (OTS) - "Die Managergehälter sind binnen 10 Jahren vom 20-Fachen auf das 48-Fache eines Durchschnittsgehalts hochgeschnellt. Mit Leistung hat das nichts mehr zu tun", erklärt AK Präsident Herbert Tumpel und begrüßt auch die Entwicklungen rund um Banken-Boni in der EU. "Endlich werden die richtigen Schritte gesetzt", so Tumpel. Die europaweite Beschränkung von Banken-Boni sei wichtig, denn gerade Boni fördern meist das Ausrichten auf kurzfristigen Profit. Die EU Regelung muss aber auf nationaler Ebene um eine Deckelung der Managergehälter ergänzt werden, um ein Ausweichen auf höhere Fixgehälter zu vermeiden. "Auch in Österreich brauchen wir ein entsprechendes Gesetz um ausufernde Gehälter für Manager zu deckeln. Insbesondere sollten die Managergehälter ab 500.000 Euro nicht von der Steuer abgesetzt werden können."

Für den AK Präsident wäre ein wichtiger Schritt, die Managergehälter wieder auf ein angemessenes Verhältnis im Bezug zu den Gehältern der übrigen Beschäftigten zurück zu führen. Darüber hinaus soll mit der steuerliche Absetzbarkeit von Gehältern ab einem Jahresgehalt von 500.000 Euro Schluss sein, damit nicht die Steuerzahler für überzogene Managergehälter zur Kasse gebeten werden.

Wichtig ist der AK auch, dass Maßnahmen auf gesetzlicher Ebene gegen unangemessen hohe Abfertigungen und Abfindungen ergriffen werden. Die AK begrüßt daher diesbezüglich die Schweizer Initiative. Die Hauptversammlungen stärker einzubeziehen ändert nichts daran, dass wiederum nur Aktionärsvertreter über die Managergehälter befinden und sich damit die Kriterien der Managerentlohnung weiterhin vorwiegend am Profit orientieren werden. Letztendlich führt der Schweizer Vorschlag auch dazu, dass die Aufsichtsräte aus der Verantwortung genommen werden. Zu begrüßen ist allerdings, wenn in der Hauptversammlung die Managergehälter transparent gemacht werden und damit die Diskussion über deren Höhe über den vertraulichen Rahmen der Aufsichtsräte hinausgetragen wird.

An einer gesetzlichen Basis für eine echte Beschränkung der Managergehälter führt für die AK also kein Weg vorbei. Die EU-Richtlinie - wie es im Bankenbereich nun geplant ist - sei dafür der richtige Weg. Auch eine Neuausrichtung der Kriterien für Banken-Boni müsse geregelt werden, meint Tumpel. Boni Kriterien müssen neben langfristigen ökonomischen Zielen auch nicht finanzielle Kriterien enthalten. Allerdings sollten die variablen Gehälter deutlich stärker eingeschränkt werden - auf maximal 50 Prozent - und nicht wie vorgesehen auf 100 Prozent der Fixgehälter (mit Genehmigung der Hauptversammlung sogar 200 Prozent).

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