Offener Brief von Botschafter Galib Israfilov

Antwort auf das vom armenischen Außenminister Edward Nalbandian gegebene Interview, veröffentlicht durch APA am 27.Februar 2013.

Wien (OTS) - Exzellenz,

Als Botschafter der Republik Aserbaidschan in Österreich und Ständiger Vertreter meines Landes bei der OSZE in Wien bedaure ich, dass Sie nicht die Gelegenheit ergriffen haben, die vom Wien Forum der Allianz der Zivilisationen gegeben wurde, um eine Suche für den Frieden mit Aserbaidschan und der Türkei fortzusetzen, sondern sich statt dessen entschieden haben, unbegründete Behauptungen gegen Ihre Nachbaren weiter zu führen, um Armeniens Expansionsansprüche zu rechtfertigen. Ich will absichtlich diese Behauptungen ignorieren, weil solche Rhetorik keine positiven Resultate zeitigt, sondern eher einigen verengten Interessen dient.

Ich möchte Sie, sehr geehrter Herr Minister, sowie Ihr Team in Wien unter Botschafter Arman Kirakossian ermutigen, nach einem Ausweg zu suchen, um sich an einem Dialog mit Aserbaidschan, der Türkei und anderen Mitgliedern der Minsker Gruppe von OSZE zu beteiligen, um so baldigst eine Lösung des Konfliktes herbeizuführen. Gestützt auf meine bescheidene diplomatische Erfahrung, bin ich überzeugt, dass ohne einen Dialog und Frieden mit Aserbaidschan die ständig sich ausdehnende Kluft zwischen dem sich selbst isolierenden Armenien und dem Großteil der sich dynamisch entwickelnden Region in wenigen Jahren katastrophale Auswirkungen auf die bereits schrumpfende Bevölkerung Armeniens bringen würde. Es ist höchste Zeit, Aserbaidschans und Armeniens blutende Wunden von dem Konflikt zu heilen und zusammen mit unseren Nachbarn eine strategische Form für die Zukunft der Region zu gestalten.

Die aserbaidschanischen und armenischen Gemeinden der Region Berg-Karabach der Republik Aserbaidschan sind weiterhin zu allererst von dem Konflikt betroffen und haben es nötig, sich zu begegnen, gegenseitigen Kontakt wieder herzustellen und ihre Beziehungen wieder aufzubauen. Ich ermutige Sie, zu helfen, dass diese Gemeinden wieder in ein normales Leben zurückkehren und Ihre gemeinsame Zukunft in der Region Berg-Karabach definieren.

Es ist naiv zu hoffen, die illegale Anwesenheit Armenischer Streitkräfte tief innerhalb des international anerkannten Gebietes von Aserbaidschan würde Aussichten auf die Legitimität armenischer Gebietsansprüche auf die Region Berg-Karabach in Aserbaidschan bringen. Wir werden nie erlauben, dass das geschieht. Die Realität ist vielmehr, dass der fortgesetzte Gebrauch von Gewalt von Seiten Armeniens, noch dazu im Widerspruch zu den relevanten Resolutionen des UN -Sicherheitsrates, die Rückkehr der vertriebenen aserbaidschanischen Bevölkerung in ihr Zuhause hindert, und Leiden und Opfer unter den Bürgern bringt, die in der Nachbarschaft der Konflikt-Grenze leben, und so weiterhin den Verhandlungsprozess blockiert.

Ich schlage vor, Armenien stellt sich Perspektiven vor, die der Rückzug der Armenischen Truppen aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans bewirken würde. Aserbaidschan würde bereit sein, über den Dialog mit Armenien hinauszugehen und alle möglichen Wege einzuschlagen, die Vertrauen und Sicherheit zwischen den beiden Ländern und auch zwischen den Armenischen und Aserbaidschanischen Gemeinden der Region Berg-Karabach der Republik Aserbaidschan hervorrufen.

Das ist die Haltung Aserbaidschans und seiner Organe und diese Haltung basiert auf den Werten menschlicher Vielfalt und guter Nachbarschaftsbeziehungen, auf Respekt für Normen und Prinzipien des internationalen Rechts, den relevanten Entscheidungen und Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und der Generalversammlung der OIC, OSZE, des Europarats, der Bewegung der Blockfreien Staaten, der NATO und anderer internationalen Organisationen, die mit dem Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan befasst sind.

Ich hoffe, dieser Brief klärt, wo Aserbaidschan steht in Bezug auf die Lösung des Konflikts mit Armenien und welche Vorteile es bringen würde, wenn Aserbaidschans konstruktive und entgegenkommende Haltung von der Führung Armeniens ernst genommen würde. Wir wünschen die Aktivität der gesamten Minsker Gruppe von OSZE wieder zu stärken, die nicht darauf aus ist, den Status quo in der Konfliktzone zu konsolidieren oder einzufrieren, sondern eine friedliche und dauerhafte Llösung des Konfliktes zwischen Armenien und Aserbaidschan zu finden.

Mit aufrichtigen Grüßen,
Galib Israfilov

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