Neues Volksblatt: "Konkursmasse" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 5. März 2013

Linz (OTS) - So ein Wahlergebnis kann einem über Nacht die Augen öffnen. "Wir sind stolz auf diesen Landeshauptmann, weil er Großartiges geleistet hat", verkündete FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache noch am Freitag beim Wahlkampfabschluss der Blauen in Klagenfurt. 27,8 verlorene Prozentpunkte später wusste es Strache besser: "Arroganz und Disziplinlosigkeit" hätten bei den Freiheitlichen in Kärnten zuletzt geherrscht, konstatierte er. Und laut Generalsekretär Herbert Kickl müssen wieder "Tugenden wie Demut, Bodenhaftung, das Empfinden für das rechte Maß und Disziplin" ins Zentrum der politischen Arbeit rücken.
Stellt sich nur mehr die Frage: Warum haben Strache und Co den Kärntner Freunden nicht schon früher ins Ruder gegriffen, wenn die Entwicklung ohnehin schon absehbar war? Noch dazu, wo man mit der Wiedervereinigung im Jahr 2009 eine wechselseitige Teilnahme an den Parteivorstandssitzungen vereinbart hatte; da wäre durchaus Gelegenheit gewesen, Klartext zu reden. Der FPÖ-Chef kann es drehen und wenden, wie er will: Das jetzige Eingeständnis, dass in Kärnten Mist gebaut wurde, fällt auch auf ihn zurück. Aber immerhin geht jetzt Straches Wunsch aus dem Jahr 2008 in Erfüllung: "Es ist auch mein Ziel, dass wir irgendwann einmal in Kärnten wieder ein gemeinsames freiheitliches Haus möglich machen können." Blöderweise ist diese Haus nun eine Konkursmasse.

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