Kinder- und Jugendhilfegesetz: Vertrauen von Hilfe suchenden Kindern muss geschützt bleiben

Psychologen appellieren an Parlamentsparteien

Wien (OTS) - Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen appelliert erneut an die Parlamentsparteien bei ihrer Beratung in der morgigen Sitzung des Familienausschusses des Parlaments, einige geplante Änderungen im Kinder- und Jugendhilfegesetz zu überdenken.

Wesentlich bleibt aus psychologischer Sicht die Einführung des 4-Augen-Prinzips, das jedenfalls verpflichtend umgesetzt werden muss.

Besonders kritisch beurteilt der Berufsverband der Psychologen den § 6 der Novelle, der sich mit der Frage der Verschwiegenheit befasst und § 37, der Meldepflichten vorsieht.

Bisher bestand für Psychologinnen ein Melderecht bei begründeter Kindeswohlgefährdung. Darüber hinaus konnten Klienten Psychologen von der Verschwiegenheit entbinden. Mit dem neuen Gesetz muss die Psychologin vertrauliche Informationen an Behörden weitergeben, und Kinder und Erziehungsberechtigte darüber auch informieren.

Die Psychologen fürchten, dass sich durch diese Bestimmung Kinder bzw. deren Erziehungsberechtigte nicht mehr an Beratungseinrichtungen wenden werden. Fälle von Kindeswohlgefährdung könnten so in Zukunft unentdeckt bleiben, wenn Kinder kein Vertrauen mehr in Hilfseinrichtungen haben. Der Vertrauensschutz gegenüber möglichen Opfern ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Arbeit von Psychologen.

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