Bildungsmedienabkommen ausgeweitet

ORF und BMUKK intensivieren Zusammenarbeit

Wien (OTS) - Bundesministerin Dr. Claudia Schmied und ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz gaben heute bekannt, dass sie die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Bildungsmedien künftig fortsetzen und um neue Schwerpunkte erweitern. Zudem wird die Online-Nutzung für Schulen und Bildungseinrichtungen vereinfacht. Filmschaffende werden künftig mindestens einmal jährlich eingeladen, ihre Projekte einzureichen. Der erste dieser "Calls" erfolgt heute, am Montag, dem 4. März 2013.

Seit 1996 ist das Bildungsmedienabkommen zwischen ORF und BMUKK ein wichtiger Beitrag für die Vermittlung von Wissen und Bildung sowohl an Schulen als auch in Erwachsenenbildungseinrichtungen. Gegenstand des Abkommens ist die Unterstützung schöpferischer Tätigkeiten auf dem Gebiet der audiovisuellen Bildungsmedien, insbesondere aus den Themenbereichen Bildung und Zeitgeschehen. Der Fokus liegt sowohl auf den Bildungserfordernissen des BMUKK als auch auf den Programmbedürfnissen des ORF.

Mit der Erweiterung des Abkommens wird die Bandbreite der Produktionen erweitert und auf konkrete Themenbereiche konzentriert. Durch eine klare Fokussierung auf Themen, die stark nachgefragt werden, können jetzt gemeinsame Schwerpunkte in der Auswahl der Produktionen gesetzt werden. Eine hohe Nachfrage im Bildungsbereich besteht bei Themen aus Wirtschaft, Naturwissenschaft (Physik, Chemie), Technik, politischer Bildung, zeitgenössischer Kunst und Literatur. Für die Auswahl eingereichter Projekte wurde ein Beirat aus sechs Mitgliedern eingerichtet, der zu gleichen Teilen vom BMUKK und vom ORF besetzt wird.

Dr. Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur: "Der Bildungsfilm bereichert den schulischen Unterricht mit über 2.000 verschiedenen Angeboten. Die Auswahl geeigneter medialer Produkte ist gerade im Unterricht von besonderer Bedeutung. Zahlreiche Lehrende nützen das umfassende und fächerübergreifende Angebot des Bildungsfilms als ergänzendes Instrumentarium im Unterricht. Schülerinnen und Schülern jeden Alters Lehrinhalte abwechslungsreich und zeitgemäß zu vermitteln, ist mir ein wichtiges Anliegen. Gleichzeitig stärken wir mit dem Bildungsmedienabkommen heimische Filmschaffende und Filmproduzenten und fördern die schöpferische Tätigkeit im Dokumentar- und Bildungsfilm. Mit dem Neuabschluss des Bildungsmedienabkommens verstärken und erweitern wir das Angebotsspektrum in den Bereichen Geschichte, politische Bildung, Geisteswissenschaften, Kunst, Kultur, Religion und Naturwissenschaften. Zusätzlich wird die Online-Nutzung ausgebaut und vereinfacht. Der Neuabschluss ist Zeichen der partnerschaftlichen und nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen dem BMUKK und dem ORF."

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Als Rundfunk der Gesellschaft stehen wir vor der täglichen Herausforderung, gleichermaßen zu bilden wie zu unterhalten. Wir tun dies in unterschiedlichen Ausprägungen und in einer unglaublichen Bandbreite:
von Ö1 bis Ö3, von ORF Burgenland bis ORF Vorarlberg, von 'Barbara Karlich' bis zum 'Weltjournal', von 'im ZENTRUM' bis 'Soko Kitzbühel', von ORF eins bis ORF III. Lehrerinnen und Lehrer stehen vor einer ähnlichen Herausforderung, und ich freue mich, dass wir im Rahmen des Bildungsmedienabkommens den Unterricht mit Produktionen bereichern können, für die Inhalte des Lehrplans attraktiv, unterhaltsam und mit allen technischen und gestalterischen Finessen aufbereitet werden. Die aktuellen Produktionen von 'Der rote Kardinal. Kardinal Franz König' bis 'Gonsalvus - Die wahre Geschichte über die Schöne und das Biest' zeigen, dass der klassische Bildungsfilm den Kinderschuhen entwachsen ist und auch in Zeiten massiver Konkurrenz durch reine Unterhaltungsangebote nicht nur in den Klassenzimmern, sondern auch in den Wohnzimmern Österreichs gerne gesehen wird. Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit mit dem BMUKK, die neben dem Bildungsmedienabkommen auch das 'Schülerradio' und 'Ö1 macht Schule' umfasst."

Die Produktionen erfreuen sich hoher Akzeptanz in den Schulen. Schließlich handelt es sich um professionell gestaltete, optisch hochattraktive Filme, die unter pädagogischen Gesichtspunkten für den Unterrichtseinsatz optimiert wurden. "Die Medien, die das BMUKK bereitstellt, sind eine unersetzbare Hilfe, um einen attraktiven Unterricht zu gestalten und die Kinder und Jugendlichen für den Lehrstoff zu interessieren. Der Lernertrag rechtfertigt jedenfalls die aufwendigere Stundenvorbereitung", beschreibt Mag.a Julia Ponta, BG Wien XIX Billrothstraße den Einsatz im Unterricht.

Das Bildungsmedienabkommen

Seit 1996 regelt das Bildungsmedienabkommen die Zusammenarbeit zwischen BMUKK und ORF im Bereich der Bildungsmedien. Mit der gemeinsamen finanziellen Beteiligung an Filmproduktionen legen der ORF und das BMUKK die Basis für die audiovisuelle Versorgung von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.

Das Abkommen sichert die Finanzierung hochwertiger Produktionen für den Bildungsbereich durch heimische Filmschaffende, schafft für den Filmstandort Österreich einen zusätzlichen Mehrwert und kommt sowohl den Filmschaffenden als auch dem TV-Publikum und den Bildungseinrichtungen zugute.

Seit Inkrafttreten des Abkommens wurden bisher 70 Millionen Euro investiert und 225 Filmproduktionen als Koproduktionen oder Auftragsproduktionen realisiert. An den Gesamtproduktionskosten von 70 Millionen beteiligten sich der ORF mit 31 Millionen (entspricht 46% der Produktionskosten) und das BMUKK mit elf Millionen Euro (entspricht 15% der Produktionskosten). 28 Millionen waren Eigenanteile der Produzenten bzw. kamen von Filmförderstellen oder anderen Fernsehanstalten.

Bei der Auswahl der Produktionen, die im Rahmen des Bildungsmedienabkommens umgesetzt werden, wird das BMUKK von Pädagoginnen und Pädagogen beraten. Zusätzlich zu den Filmen selbst erstellt das BMUKK ausführliche Materialien, die zur Vor- oder Nachbereitung des Films im Unterricht genutzt werden können.

Das BMUKK erwirbt für den Bildungsbereich - sofern lizenzrechtlich möglich - die Online-Rechte der Produktionen für den Download im nichtkommerziellen Bereich. Schulen mit langsamer Internetverbindung sind dadurch nicht auf das Streaming von Inhalten angewiesen. Außerdem sind Urheberrechtsverletzungen ausgeschlossen. Die Mediathek des BMUKK umfasst 2.000 verschiedene Bildungsfilme, die österreichweit unter www.bildungsmedien.tv von Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtung abgerufen werden können.

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