Zügel der Unternehmen weiter in Männerhand

AK Studie: Frauen spielen in Österreichs Führungsetagen nur eine kleine Rolle

Wien (OTS) - 5,6 Prozent: So niedrig ist der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der umsatzstärksten Top 200 Unternehmen in Österreich. In den Aufsichtsratsgremien beträgt der entsprechende Prozentsatz 13,5 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt der AK Frauen.Management.Report 2013. "Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis für den Standort Österreich", sagt AK Präsident Herbert Tumpel und fordert rasch die Einführung der gesetzlichen Geschlechterquote von 40 Prozent.

Die Chefetagen und Kontrollgremien der österreichischen Top-Unternehmen bleiben Männer dominiert. Nur 5,6 Prozent der Führungskräfte und 13,5 Prozent der Kontrollorgane in den führenden Betrieben sind Frauen (Stand Februar 2013). Im Vergleich zum Vorjahr konnte zwar eine leichte Verbesserung erzielt werden - 5,1 Prozent betrug der Anteil in den Chefetagen, 11,2 Prozent jener in den Aufsichtsräten - von einem wirklichen Fortschritt kann aber bei Weitem keine Rede sein. "An dieser Entwicklung zeigt sich, dass freiwillige Regelungen wie etwa der für börsennotierte Unternehmen geltende Corporate Governance Kodex wirkungslos sind", sagt Tumpel.

Denn gerade in den börsennotierten Unternehmen ist der Anteil der Frauen unterdurchschnittlich. In den Vorständen der an der Wiener Börse notierten Unternehmen (ATX, Prime Market, Mid Market, Standard Market Auction und Standard Market Continuous) finden sich lediglich sieben Frauen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr (vier Frauen) zwar einer begrüßenswerten Steigerung, allein diese Einzelbesetzungen können den Anteil auch nicht wirkungsvoll erhöhen. Und in den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil mit 11,6 Prozent unter dem Durchschnitt der Top 200 Unternehmen (13,5 Prozent).

Unter ferner liefen
Mit diesem Prozentsatz finden sich Österreichs Börse-Firmen im europäischen Vergleich im hinteren Feld. Während der Anteil der Frauen in den vergleichbaren Kontrollgremien der EU-27 im Schnitt bei 17 Prozent liegt, weist Österreich einen Anteil von 12,0 Prozent (nur ATX) auf. An der Spitze rangiert Norwegen mit 46 Prozent, dahinter Finnland (29 Prozent) und Lettland (28 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei. Gesetzliche Frauen-quoten gibt es bisher in Norwegen, Spanien, Frankreich, Island, Niederlande, Belgien und Italien. Letzteres konnte seit der Einführung der Quote im Jahr 2011 die Repräsentanz in den Verwaltungsräten von 5,0 auf 13,0 Prozent steigern.

An der Kassa und am Schalter
Alarmierend ist laut Tumpel auch die Aufteilung in den einzelnen Sektoren. Ausgerechnet in Branchen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, sind diese in der Geschäftsführung kaum vertreten. So beträgt der Frauenanteil in den Chefetagen im Handel nur 2,4 Prozent, bei Banken und Versicherungen beläuft sich der Prozentsatz auf 3,0.

Vorbild Betriebsrat
Erfreulich ist dagegen, dass beachtliche 41,4 Prozent aller Aufsichtsrätinnen (99 von 239) vom Betriebsrat delegiert sind - und das, obwohl ArbeitnehmervertreterInnen grundsätzlich nur ein Drittel der Aufsichtsratsmandate (Drittelparität) stellen und nur knapp drei Viertel der Unternehmen über einen Betriebsrat verfügen.

Angesichts dieser aktuellen Zahlen unterstützt die AK den aktuell vorliegenden Richtlinienvorschlag der EU-Kommission, wonach das unterrepräsentierte Geschlecht 40 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder bzw. der nicht geschäftsführenden Direktoren in börsen-notierten Unternehmen stellen soll.

Forderungen der AK im Detail:

+ Die legistische Umsetzung des EU-Richtlinienvorschlags im Aktien- und GmbH-Gesetz muss rasch erfolgen.
+ Eine schrittweise Umsetzung dieser 40-Prozent-Quote - zuerst in börsennotierten Un-ternehmen sowie in Kapitalgesellschaften, die mehrheitlich in öffentlicher Hand stehen, anschließend in allen großen Kapitalgesellschaften.
+ Bei Nichteinhaltung der Quote müssen wirksame und abschreckende Sanktionen wie beispielsweise spürbare Strafen oder Eintragungen ins Firmenbuch erfolgen.

SERVICE: Die vollständige Studie finden Sie im Internet unter wien.arbeiterkammer.at

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