Neues Volksblatt: "Väter und Siege" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 4. März 2013

Linz (OTS) - "Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage ist ein Waisenkind": Klingt gut, muss aber auch nicht immer stimmen und stimmt jedenfalls nicht in Kärnten.
Die Niederlage der dortigen Blauen hat sogar mehrere Väter: Da sind SPÖ, ÖVP und Grüne, die die vorgezogenen Neuwahlen ertrotzt haben; da ist die Justiz, die den diversen Affären in Kärnten mittlerweile recht konsequent auf den Grund geht; und da sind die blauen Granden, die geglaubt haben, dass die Wähler wirklich so dumm sind, wie sie es offenbar angenommen haben. Mit den Verlusten in NÖ hat Heinz Christian Strache nun ein recht angekratztes Image. Dafür dürfen die Grünen weiter das Anti-Korruptions-Image pflegen.
Keine Imageprobleme hat nach diesem Wahlsonntag die ÖVP. In Niederösterreich eine erneute Absolute von Erwin Pröll und in Kärnten angesichts der Ereignisse ein achtbares Ergebnis lassen berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Aufwärtstrend auch auf Bundesebene zu. In der SPÖ wird die Rückeroberung Kärntens das NÖ-Ergebnis etwas mildern, dass der Vater der Niederlage Sepp Leitner heißt, ist unbestritten.
Dass man mit Stronachs Goldener Regel - wer das Gold hat, macht die Regeln - zehn Prozent der Wähler anspricht, gibt zu denken. Kurios:
Nicht zuletzt die als Systemverlierer bezeichneten Protestwähler, die bisher in der Strache-FPÖ eine Heimat fanden, haben beim Milliardär angedockt.

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