Votivkirche: Besetzung nach elf Wochen friedlich beendet

Flüchtlinge nahmen das Angebot der Erzdiözese Wien zur Übersiedlung in Räume des benachbarten früheren Servitenklosters in der Rossau an

Wien, 03.03.13 (KAP) Nach elf Wochen ist am Sonntag um 8 Uhr früh die Besetzung der Wiener Votivkirche friedlich beendet worden. Die rund 60 Flüchtlinge nahmen das Angebot der Erzdiözese Wien zur Übersiedlung in Räume des benachbarten früheren Servitenklosters in der Rossau an und räumten das zweitgrößte Gotteshaus der Bundeshauptstadt. In die Verhandlungen hatte sich bis Samstagabend über Telefon aus Rom Kardinal Christoph Schönborn eingeschaltet, der am bevorstehenden Konklave teilnimmt.

Pfarrer Joseph Farrugia sagte am Sonntag "Kathpress" gegenüber, er danke dem Kardinal, dem Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki und der Caritas für ihre Dienste. Er persönlich habe immer an eine gute Lösung ohne Einsatz der Polizei geglaubt und dafür gebetet, so Farrugia. Wichtig sei gewesen, dass alle - auch er selbst - Geduld gehabt hätten. Die Besetzung habe bedauerlicherweise zu vielen Absagen geführt - unter anderem konnte kein Kreuzweg gebetet werden, und es mussten zahlreiche geplante Konzerte gestrichen werden.

Für ihr neues Quartier sicherte Kardinal Schönborn den Flüchtlingen das Gastrecht der Kirche zu. Der Geschäftsführer der Wiener Caritas, Klaus Schwertner, drückte Erleichterung über den Schritt zur Übersiedlung aus: "Gemeinsam mit den Flüchtlingen, der Kirche und vielen Unterstützerinnen und Unterstützern haben wir als Caritas immer an eine friedliche und gute Lösung geglaubt. Mit der heutigen Übersiedlung ist ein wichtiger Schritt getan, und gemeinsam werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass es zu grundsätzlich Verbesserungen im österreichischen Asylwesen kommt. Hier geht es zuallererst um mehr Menschlichkeit und Menschenrechte für schutzsuchende Menschen."

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