Votivkirchen-Flüchtlinge übersiedeln in neues Quartier

Der Flüchtlingsprotest macht einen konstruktiven Schritt vorwärts

Wien (OTS) - Die Flüchtlinge aus der Votivkirche haben die Einladung der Kirche angenommen und sind am Sonntagvormittag in ihr neues Quartier, das Servitenkloster im neunten Wiener Bezirk übersiedelt, wo ihnen Kardinal Christoph Schönborn das Gastrecht der Kirche zugesichert hat, und wo sie willkommen sind.

Adalat Khan, ein Sprecher der Flüchtlinge, dankte der Pfarre und dem Pfarrer der Votivkirche für ihre Geduld. "Nach dem Camp im Park war die Kirche ein wichtiger Ort für unseren Protest. Wir sind nun froh, unser Bemühen um bessere Bedingungen für die Flüchtlinge und um eine sichere Zukunft für alle an einem neuen, offenen Ort und in einer regulären Wohnsituation fortsetzen zu können." Es tue den Flüchtlingen leid, dass sie den Pfarrangehörigen Unannehmlichkeiten bereitet haben, "aber wir wollten niemanden stören, nur unsere Menschenwürde verteidigen." Der ehemalige Wirtschaftsstudent Mir Jihangir ergänzt: "Wir möchten uns auch bei der Caritas und den Johannitern bedanken. Sie haben uns oft sehr geholfen. Im Kloster werden wir aber unter besseren Bedingungen leben können und sind dann viel weniger auf Unterstützung angewiesen."

Auch Dariusz Schutzki, der erzdiözesane Bischofsvikar für die Stadt Wien, spricht der Pfarre Votivkirche und dem Pfarrer, sowie der Caritas und allen Helfern den Dank der Kirche aus. "Gottseidank ist die Votivkirchenaktion friedlich zu Ende gegangen. Die Flüchtlinge haben mit ihrem Protest bereits einiges bewegt, was auf diese Weise weiter Frucht bringen kann." Schutzki dankte auch den Behörden für ihre Sensibilität in dieser Sache. "Ich bin auch froh darüber, dass alle Flüchtlinge aus der Votivkirche ausdrücklich ihren Willen zur Mitwirkung in ihren Verfahren bekundet haben, sodass kein Anlass für Schubhaft besteht."

Der Geschäftsführer der Caritas Wien, Klaus Schwertner, drückt seinerseits seine Erleichterung über den Schritt aus: "Gemeinsam mit den Flüchtlingen, der Kirche und vielen Unterstützerinnen und Unterstützern haben wir als Caritas immer an eine friedliche und gute Lösung geglaubt. Mit der heutigen Übersiedlung ist ein wichtiger Schritt getan und gemeinsam werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass es zu grundsätzlich Verbesserungen im österreichischen Asylwesen kommt. Hier geht es zuallererst um mehr Menschlichkeit und Menschenrechte für schutzsuchende Menschen."

Eine gemeinsame Pressekonferenz von Erzdiözese Wien, Caritas und den Flüchtlingen über die neue Situation findet am Montag, dem 4. März um 10:30 Uhr im Servitenkloster statt.

Rückfragen & Kontakt:

Klaus Schwertner,
Caritas Erzdiözese Wien,
Tel.: 0664/8482618,
klaus.schwertner@caritas-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CAR0001