Neue EU-Holzverordnung bringt Sicherheit vor illegalen Holzprodukte

Dem Handel mit illegal geschlagenem Holz und Holzerzeugnissen illegaler Herkunft entgegenwirken - EU-Holzverordnung tritt ab 3. März 2013 in Kraft

Wien (OTS) - Die neue EU-Holzverordnung bringt Sicherheit für Konsumentinnen und Konsumenten, keine Holzprodukte aus illegalem Holzeinschlag zu kaufen. Importeure und Waldbesitzer müssen Dokumentationspflichten erfüllen. Ziel der Verordnung ist die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags weltweit. Sie gilt ab 3. März 2013. "Illegaler Holzeinschlag hat schwerwiegende wirtschaftliche, ökologische und soziale Folgen, denn er geht Hand in Hand mit Entwaldung und Klimawandel und zudem untergräbt er die Bemühungen und Lebensgrundlage redlicher Anbieter. Außerdem kann illegaler Holzeinschlag zu Konflikten um Landrechte und Ressourcen führen. Durch die Umsetzung der EU-Holzverordnung kann Österreich auf forstwirtschaftliche Praktiken innerhalb Europas und weltweit einwirken und zur Ausrottung des illegalen Holzeinschlags beitragen", so Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich.
Das soll einerseits durch ein Verbot des Inverkehrbringens von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag erreicht werden. Zum anderen gilt eine Sorgfaltspflicht für alle EU-Händler, die Holzerzeugnisse erstmals auf dem EU-Markt in Verkehr bringen. Diese Sorgfaltspflicht umfasst die Dokumentation über Art, Herkunft und Legalität der Lieferung, eine Risikoabschätzung und, wenn das Risiko eines illegalen Einschlags nicht vernachlässigbar gering ist, ein Risikominderungsverfahren. Diese Bestimmungen der Verordnung gelten nur beim erstmaligen Inverkehrbringen (Verkauf oder unentgeltliche Abgabe) auf dem EU-Markt, nicht für den weiteren Handel bzw. für die weitere Verarbeitung innerhalb der EU. Die geforderten Informationen und Nachweise können von der zuständigen Behörde bis zu fünf Jahre rückwirkend verlangt werden.

Zielrichtung der Verordnung sind Importe aus Risikogebieten etwa der Tropen oder Russlands. Betroffen sind aber auch die Einfuhren aus Nicht-EU-Staaten ohne nennenswertes Risiko sowie heimische Waldbesitzer, die ihr Holz erstmalig am Binnenmarkt platzieren. Letztere gehören nicht zur Risikogruppe, eine Ausnahmeregel war aber aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit und Konformität mit den WTO-Bestimmungen nicht möglich.
Während manche Importeure je nach Herkunft und Komplexität der Holzerzeugnisse mit durchaus erheblichem Aufwand für den Nachweis der Legalität rechnen müssen, sollten die heimischen Waldbesitzer kein Problem mit den neuen Bestimmungen haben. Die meisten geforderten Informationen wurden schon bisher von der Forstbehörde für statistische Zwecke abgefragt. Es ist vorgesehen, das Bundesamt für Wald als zuständige Behörde für die Kontrollen der Importeure und die Forstbehörde für Kontrollen im Zusammenhang mit heimischem Holz einzusetzen.

Die Wälder dieser Welt: lebenswichtige natürliche Ressource
1,3 Milliarden der weltweit in Armut lebenden Menschen hängen für ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise vom Wald ab. Neben der Unterstützung dieser Gemeinschaften tragen Wälder dazu bei, den Klimawandel und die damit verbundene Anpassung abzumildern. Außerdem fördern sie die Artenvielfalt und spielen eine wichtige Rolle im Umweltschutz, beispielsweise bei der Verhinderung von Wüstenbildung und Erosion. Darüber hinaus stellen Wälder einen Wirtschaftsfaktor dar: Nachhaltiges Waldmanagement generiert jedes Jahr mindestens 180 Milliarden Euro an Erträgen durch Holz, Brennholz und sonstige forstwirtschaftliche Erzeugnisse.
Weitere Informationen sowie die Texte der Verordnung, der Durchführungsbestimmungen sowie des Leitfadens sind unter www.lebensministerium.at/forst/eu-international/eu/eu_holzverordnung verfügbar.

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