IV zu Arbeitsmarkt: Industriestandort Österreich braucht attraktives Zuwanderungsmodell und Arbeitszeitflexibilisierung

IV-GS Neumayer: Rot-Weiß-Rot-Karte weiterentwickeln - Faktor Arbeit entlasten - Arbeitszeitflexibilisierung umsetzen

Wien (OTS/PdI) - "Wir befinden uns nach wie vor in einer konjunkturell schwierigen Wirtschaftslage. Trotzdem konnte die Zahl der aktiv unselbständig Beschäftigten im Februar 2013 um 27.000 Personen weiter leicht auf insgesamt 3,3 Millionen Menschen gesteigert werden. Sehr erfreulich ist, dass gerade bei den älteren Arbeitslosen seit dem Vorjahr eine positive Entwicklung stattgefunden hat", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Freitag, veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen. Laut AMS waren von den mehr als eine halbe Million Menschen, die im Vorjahr wieder eine Arbeit gefunden haben, jede bzw. jeder Siebte bereits älter als 50 Jahre. Zudem ist auch bei den Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat ein Rückgang der beschäftigungslosen Personen um 6.656 Personen zu verzeichnen, wenngleich die Zahl von Personen ohne Job in Österreich nach wie vor mit 404.006 hoch ist. Europaweit weist Österreich aber nach wie vor die geringste Arbeitslosenquote auf.

"Um langfristig hohe Beschäftigung in Österreich zu sichern sind flexiblere Rahmenbedingungen - vor allem auch im Bereich der Arbeitszeit - ein Muss", betonte Neumayer. In einer globalisierten Welt würden Unternehmen die Möglichkeit benötigen, auf schwankende Auftragseingänge flexibel und unbürokratisch reagieren zu können. Um einen Anstieg bei der Beschäftigung in Österreich zu erzielen, müsse zudem die Belastung des Faktors Arbeit verringert werden. Finanzielle Spielräume für eine Senkung der Lohnnebenkosten bestünden derzeit insbesondere beim Unfallversicherungsbeitrag und beim Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds.

Handlungsbedarf bestehe auch bei der Rot-Weiß-Rot-Karte. "Die demografische Entwicklung zeigt uns, wie wichtig es zukünftig sein wird, gut ausgebildete Personen für Österreich zu gewinnen. Vor allem im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich tun sich die Betriebe schwer, passende Arbeitskräfte zu finden", so der IV-Generalsekretär. "Wir brauchen einen Abbau bürokratischer Hürden über eine Verfahrensbeschleunigung bis hin zur Einbeziehung der Bachelor-Absolventen in die Rot-Weiß-Rot-Karte. Der Bachelor-Abschluss ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung und die in Österreich studierenden Personen sind sehr gut integriert. Es ist nicht nachvollziehbar, dass wir diesen Menschen zwar die Ausbildung finanzieren, aber keinen Zugang zu einer Beschäftigung anbieten können und dadurch das Knowhow ins Ausland abfließen lassen", betonte Neumayer. Die Industrie plädiere zudem dafür, die Bezugsgrenzen in der Höhe von rund 2000 Euro brutto zu überdenken. "Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird sich durchsetzen und Österreich einen guten Dienst erweisen. Wir fordern aber das Modell den Erfordernissen der Praxis und des Arbeitsmarkts anzupassen", so Neumayer.

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